Die Wiesengräserdermatitis ist eine durch bestimmte Pflanzeninhaltsstoffe und anschließende Sonnenbestrahlung ausgelöste Entzündung der Haut. Sie tritt vorwiegend während der Sommermonate auf. Betroffen sind Kinder sowie Erwachsene, die in der Freizeit oder beruflich mit entsprechenden Pflanzen in Kontakt geraten.
Auslöser der Wiesengräserdermatitis sind durch Licht aktivierbare Pflanzenbestandteile, so genannte Furocumarine. Sie kommen in unseren Breitengraden besonders im Riesenbärenklau, in zahlreichen Wiesengräsern, in Schierlingsarten und in Feigenbäumen vor. Durch ultraviolettes Licht werden Furocumarine chemisch so verändert, dass sie zu einer Vergiftung und Entzündung der oberen Hautschichten führen.
Hautveränderungen treten nicht unmittelbar nach dem Pflanzenkontakt, sondern verzögert auf. Sie weisen vielfach bizarre Formen auf und halten mehrere Tage an. An den Kontaktstellen kommt es zu Rötung und Blasenbildung, die oft mit Juckreiz und brennendem Schmerz verbunden sind. Wenn die Hautveränderungen abklingen, hinterlassen sie kosmetisch störende dunkle Hautbereiche, die auf einer verstärkte Pigmentierung zurückgehen. Diese Flecken können über Monate bestehen bleiben.
Die Therapie erfolgt mit kortisonhaltigen Cremes oder Lotionen. Die Behandlung mildert den Verlauf der Hautentzündung, verringert die Beschwerden und beugt der übermäßigen Hautpigmentierung im weiteren Verlauf vor. In schweren Fällen müssen die Hautveränderungen wie Verbrennungen zweiten Grades behandelt werden.
Schutz vor der Wiesengräserdermatitis bietet vor allem Kleidung, die die besonders gefährdete Haut an Armen und Beinen bedeckt und den direkten Kontakt mit den Pflanzen verhindert. Besondere Vorsicht ist nach dem Baden und bei starkem Schwitzen geboten, da Feuchtigkeit die giftige Wirkung der Furocumarine verstärkt. Ein wolkenverhangener Himmel oder der Aufenthalt im Schatten schützen nicht vor der Wiesengräserdermatitis, da selbst unter diesen Bedingungen genügend ultraviolettes Licht vorhanden ist, um die Hautentzündung hervorzurufen.
Autor: Dr. med. Andrea Knipp-Selke, erstellt am 24.04.03; zuletzt aktualisiert von Dipl.-Phys. Jan Groh am 19.09.11
Quelle: Quelle: Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG). Phototoxische und photoallergische Reaktionen. Dezember 2008 (http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/AWMF/ll/013-035.htm)