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Wie ist die Haut aufgebaut?

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Die Haut (Cutis) grenzt den Organismus gegen seine Umwelt ab. Sie bietet Schutz vor mechanischen Einwirkungen, Kälte, Infektionen oder Strahlen und verhindert, dass der Körper austrocknet. Zudem ist die Haut - das größte Sinnesorgan des Menschen - mit Sensoren für Wärme, Vibration, Schmerz, Druck und Berührung ausgestattet.

In die Haut eingebettet liegen die Haarwurzeln sowie die Drüsen für Schweiß, Talg und Duftstoffe. Die Haut setzt sich aus drei Schichten zusammen:

 

  • Oberhaut (Epidermis): Sie besteht aus ständig nachwachsenden Zellen, die auf ihrem Weg von innen nach außen verhornen und schließlich abgeschilfert werden. Zwischen diesen Zellen liegen die pigmenthaltigen Melanozyten. Sie färben die Haut bräunlich ein und machen sie gegen Strahlung unempfindlich.
  • Lederhaut (Dermis): In ihr liegen die Nerven und Sinnesorgane der Haut. Straffe Bindegewebsnetze sorgen für Elastizität und Festigkeit.
  • Unterhaut (Subcutis): Sie besteht vorwiegend aus Fett- und Bindegewebe, schützt als Isolierschicht vor Wärmeverlust und dient als Energie- und Wasserspeicher. Nicht zuletzt polstert die Unterhaut innere Organe und Muskulatur gegen Stoß und Druck von außen ab. In der Unterhaut verlaufen auch die größeren hautversorgenden Blutgefäße.

     

Wie heilen Wunden?

Die menschliche Haut besitzt die Fähigkeit, sich zu regenerieren und verlorene Zellen durch voll funktionsfähiges Gewebe zu ersetzen. Andere Organe, zum Beispiel Muskeln oder Nerven, sind dazu nicht oder nur eingeschränkt in der Lage.

 

Optimale Wundheilung kann dann stattfinden, wenn die Wundränder sauber sind und direkt aneinander liegen. Dieser Vorgang wird primäre Wundheilung genannt. Die einzelnen Schichten der Haut wachsen dann einfach wieder zusammen, an der Oberfläche bildet sich ein schmaler Schorf, der nach einigen Tagen abgestoßen wird. In der Regel heilt die Wunde ohne Narbenbildung aus.

 

Liegen die Wundränder nicht nah genug beieinander, ist eine primäre Wundheilung nicht möglich. Je nach Art der Verletzung sind sie ausgefranst, stark verschmutzt oder klaffen auseinander. Oft fehlt auch ein Stück Gewebe oder es ist abgestorben und muss ersetzt werden. Solche Wunden sind fast immer mit Bakterien verunreinigt, sodass Infektionsgefahr besteht.

 

Werden Wunden nicht rechtzeitig behandelt, heilen sie sekundär. Dabei sondert die Wunde zunächst Sekrete ab, um Schmutz auszuspülen und Bakterien abzutöten. Ein großer Anteil des Wundsekretes besteht aus weißen Blutkörperchen, die ihm eine gelbliche Färbung geben (Eiter). Die Ränder der Wunde sind infolge einer gesteigerten Durchblutung leicht gerötet und warm.

 

Am Wundgrund bildet sich nach einigen Tagen sogenanntes Granulationsgewebe, das nach und nach die Wunde ausfüllt. Vom Rand der Oberhaut wächst Deckgewebe in die Wunde und schließt die offene Stelle. In der letzten Phase schrumpft das Granulationsgewebe und zieht die Wunde zusammen. Bei sekundärer Wundheilung bleibt in der Regel eine Narbe zurück.

Autor: Jochen Niehaus; Ulrich Kraft, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 28.04.11

Quelle: Dvorak-Lansloot, J.: Allgemeine und spezielle Chirurgie. Jungjohann Verlagsgesellschaft (1993); Lippert, H.: Anatomie. Urban & Schwarzenberg (2000); Müller, M.: Chirurgie für Studium und Praxis. 8. Aufl. Breisach: Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 2006/07; Kujath, P. et al.: Wunden – von der Physiologie zum Verband. Deutsches Ärzteblatt 105 (2008) 239–248; Kahle, B. et al.: Evidenzbasierte Therapie chronischer Beinulzera. Deutsches Ärzteblatt 108 (2011) S. 231–237. 

 
 
 

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