Insektensaison - Warnung vor wirkungsloser Notfallspritze
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät Patienten, die den Adrenalin-Autoinjektor "Anapen®" besitzen, diesen dringend gegen ein anderes geeignetes Arzneimittel auszutauschen. Bei einigen Anapen® Produkten besteht das Risiko, dass die Adrenalinlösung bei der Anwendung nicht oder nicht in ausreichender Menge abgegeben wird. Dadurch wird der Schockzustand im Ernstfall nicht erfolgreich behandelt.
Mit dem Sommer und den wärmeren Temperaturen beginnt auch wieder die Insektensaison. Ein Stich einer Wespe oder Biene tut weh. Für Allergiker und Kinder kann er sogar gefährlich werden. Auch eine vorliegende schwerwiegende Nahrungsmittelallergie, zum Beispiel gegen Erdnüsse, kann einen Schockzustand verursachen. Menschen, bei denen ein hohes Risiko für einen allergischen Schock besteht - den sogenannten anaphylaktischen Schock -, tragen deshalb oft eine Notfallspritze in Form eines Adrenalin-Autoinjektors bei sich.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) rät Patienten, die den Adrenalin-Autoinjektor "Anapen®" besitzen, diesen dringend gegen ein anderes geeignetes Arzneimittel auszutauschen. Bei einigen Anapen® Produkten besteht das Risiko, dass die Adrenalinlösung bei der Anwendung nicht oder nicht in ausreichender Menge abgegeben wird. Dadurch wird der Schockzustand im Ernstfall nicht erfolgreich behandelt.
Betroffen sind die Arzneimittel Anapen® 300 µg Adrenalin in 0,3 ml Injektionslösung, Fertigspritze und Anapen® Junior 150 µg Adrenalin in 0,3 ml Injektionslösung, Fertigspritze.
Bitte nehmen Sie dringend Kontakt mit Ihrem Arzt auf, wenn Sie noch kein alternatives Arzneimittel für die Behandlung eines anaphylaktischen Schocks haben.
Für diesen Fall sollten Sie den Anapen® aber noch solange mit sich führen, bis Ihr Arzt Ihnen ein alternatives Arzneimittel verschrieben hat und Sie das Arzneimittel von der Apotheke erhalten haben. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arzt in die Handhabung des Alternativproduktes einweisen.
TK erstattet Anapen-Zuzahlung
Der Hersteller Lincoln Medical Limited rief am 04. Juni 2012 alle noch haltbaren Chargen des Arzneimittels zurück. Das Unternehmen Lincoln Medical Limited weigert sich seither jedoch, für die Kosten des Ersatzmedikaments aufzukommen. Um finanziellen Schaden abzuwenden, lässt die TK ihre Versicherten nicht im Stich.
Betroffenen, die die Spritze gegen ein anderes Medikament austauschen müssen, erstattet die TK die Zuzahlung gegen Vorlage der Apothekenquittung im Original. Wegen des inakzeptablen Verhaltens des Herstellers beraten die Krankenkassen derzeit über gemeinsame juristische Schritte.