Untermenü

Krankheiten

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Krankheiten . > Krankheiten: B . > Bluthochdruck (Hypertonie) . > Bluthochdruck im Alter

Inhaltsbereich

alte Frau

Bluthochdruck im Alter

Artikel vorlesen
 

Mit zunehmendem Alter steigt der systolische Blutdruck kontinuierlich an. Mehr als vier von fünf Erwachsenen über 70 Jahren leiden unter Bluthochdruck.

Einer der Gründe für den Altersbluthochdruck ist, dass im Laufe der Zeit die ehemals elastischen Gefäßwände starrer und unflexibler werden, das heißt, die Anpassungsfähigkeit der Gefäße an den Blutdruck nimmt ab. Der fortschreitende Verlust der Gefäßelastizität lässt vor allem den systolischen Blutdruck ansteigen. Der diastolische Blutdruck erreicht bei Männern etwa zum 60. Lebensjahr und bei Frauen etwa zum 70. Lebensjahr sein Maximum und fällt danach wieder leicht ab.

 

Für eine konsequente Hochdrucktherapie ist es nie zu spät. Auch für Patienten jenseits des 65. Lebensjahres kann die Hochdrucktherapie die Häufigkeit von Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall senken und die Lebenserwartung verlängern.

 

Blutdruck-Zielwerte

Ziel der Therapie bei Patienten unter 80 Jahren ist es, den diastolischen Blutdruck unter 90 mmHg und den systolischen Blutdruck unter 140 mmHg zu senken. Bei Patienten ab 80 Jahren reicht eine Absenkung des systolischen Blutdrucks auf Werte unter 150 mmHg. Welches Ausmaß der Blutdrucksenkung anzustreben ist, hängt in dieser Altersgruppe auch vom allgemeinen Gesundheitszustand ab.

 

Maßnahmen zur Blutdrucksenkung

Wie alle Bluthochdruckpatienten sind auch für ältere Menschen Allgemeinmaßnahmen wie die Verringerung der Kochsalzzufuhr, Gewichtsabnahme, Bewegung und der Verzicht aufs Rauchen sinnvoll, um den Blutdruck zu senken. Zusätzlich verordnet der Arzt meist Medikamente.

 

Mit zunehmendem Alter treten häufiger Nebenwirkungen einer medikamentösen Blutdrucksenkung auf, wie etwa Schwindel und Schwarzwerden vor den Augen. Diese Nebenwirkungen lassen sich verringern oder verhindern, wenn der Blutdruck durch die Medikamente langsam gesenkt wird. Zu Anfang dosiert der Arzt sie daher entsprechend niedrig und steigert die Dosis dann langsam über mehrere Wochen oder Monate. Der Körper hat dann Zeit, sich an den niedrigeren Blutdruck zu gewöhnen.

 

Außerdem beachtet der Arzt mit einer entsprechend niedrigen Dosis die im Alter leicht nachlassenden Funktionen einiger Organe, wie beispielsweise die Nieren- und Leberfunktion. Der Körper baut die Medikamente langsamer ab und scheidet sie verzögert aus. Folglich steigt die Medikamentenkonzentration im Blut an. Bereits eine niedrige Dosis reicht dann häufig aus, um die gewünschte Wirkung zu erreichen, und Nebenwirkungen treten abgeschwächter auf.

 

Bei der Wahl des Hochdruckmittels muss der Arzt verschiedene Aspekte berücksichtigen, zum Beispiel weitere Erkrankungen des Patienten. Nimmt der Patient Medikamente gegen eine andere Krankheit (auch unregelmäßig) ein, ist es wichtig, den Arzt unbedingt darüber zu informieren.

 

Bestimmte Medikamente können mit den blutdrucksenkenden Mitteln in Wechselwirkung treten, wodurch sich die Wirkung der einzelnen Medikamente stark verändern kann. Nicht selten ist es möglich, mit einem Hochdruckmittel gleichzeitig eine begleitende Herz-Kreislauf-Krankheit günstig zu beeinflussen.

 

Eine Liste der Medikamente, aus der hervorgeht, wie viel, wie oft und seit wann das jeweilige Medikament eingenommen wird, hilft den Überblick zu behalten.

 

Einfache Hilfsmittel

Apotheken, Drogeriemärkte und Sanitätsfachgeschäfte bieten Medikamentenspender an. Für jeden Wochentag und jede Tageszeit können die Patienten dort die verordneten Medikamente für eine Woche im Voraus einsortieren beziehungsweise einsortieren lassen. In der folgenden Woche brauchen sie dann am entsprechenden Tag und zur jeweiligen Zeit die Medikamente nur noch aus dem Kästchen des Spenders zu nehmen. 

erstellt am 14.09.09; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 13.04.12

Quelle: TK-Broschüre Bluthochdruck; Therapieempfehlung Arterielle Hypertonie der AKDAE 2. Auflage 2004; Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®,  Deutsche Hypertonie Gesellschaft: Leitlinien zur Therapie der arteriellen Hypertonie, Juni 2008; Deutsche Hochdruckliga e.V. DHL®,  Deutsche Gesellschaft für Hypertonie und Prävention: Neue Entwicklungen in der Hochdrucktherapie, Update 2011; Robert-Koch-Institut: GBE-Heft 43 Hypertonie, Dezember 2008.

 
 
 

Impressum und Hilfe