Therapiemöglichkeiten
Das Ziel einer Bluthochdrucktherapie besteht vor allem darin, den Blutdruck zu senken und dadurch Gefäßschäden an Herz, Gehirn, Nieren und Augen zu verhindern oder einzuschränken.
Eine erfolgreiche Behandlung von Bluthochdruck verringert das Risiko, eine Herzschwäche, einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall oder ein Nierenversagen zu erleiden.
Dies bedeutet, dass der Blutdruck dauerhaft unter 140/90 mmHg liegen soll. Bei bestimmten Begleitdiagnosen, wie beispielsweise Nierenerkrankungen, kann es notwendig sein, die Zielwerte noch niedriger, das heißt zum Beispiel auf 130/80 mmHg, anzusetzen. Bei über 80-jährigen Patienten lassen sich Werte bis 150 mmHg und - abhängig vom Gesundheitszustand des Patienten - auch höhere Werte akzeptieren.
Für die richtige Behandlung ist es wichtig, zwischen primärem und sekundärem Bluthochdruck zu unterscheiden. Beim sekundären Bluthochdruck ist das Ziel, die Ursache zu behandeln und, soweit möglich, zu beseitigen. Ist dies nicht möglich oder normalisiert sich der Blutdruck danach nicht, erfolgt die Behandlung in den meisten Fällen wie beim primären Bluthochdruck.
Die erfolgreiche Therapie des Bluthochdrucks besteht aus zwei sich gegenseitig ergänzenden Behandlungswegen:
- Konsequenter Einsatz von blutdrucksenkenden Medikamenten
- Nichtmedikamentöse Maßnahmen
Wann sind welche Maßnahmen notwendig?
Schwerer Bluthochdruck
Liegen Bluthochdruckwerte ab 180 mmHg systolisch und 110 mmHg diastolisch vor, steht schnellstmöglich der Beginn einer medikamentösen Therapie und nicht-medikamentöser Maßnahmen an.
Leichter und mittelschwerer Bluthochdruck
Bei Blutdruckwerten ab 140 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch empfiehlt der Arzt nichtmedikamentöse Maßnahmen und verordnet meist auch Medikamente, um den Blutdruck zu senken und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu reduzieren.
Hochnormaler Blutdruck
Auch bei Blutdruckwerten ab 130 mmHg systolisch und 85 mmHg diastolisch sind nichtmedikamentöse Maßnahmen sinnvoll. Zusätzlich wird der Arzt Diabetikern oder Patienten mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen Medikamente verordnen.
Zu den Risikofaktoren zählen einerseits erhöhte Blutfette, Rauchen, Alter über 55 Jahren bei Männern und über 65 Jahren bei Frauen, Fettleibigkeit, Diabetes mellitus beziehungsweise gestörte Glukosetoleranz oder Herzinfarkt bei einem nahen Verwandten, der das 60. Lebensjahr noch nicht erreicht hatte. Andererseits sind auch bereits bestehende Organerkrankungen als ein Risiko einzustufen.
Besonders gefährdet sind Patienten
- mit einer Herzerkrankung (zum Beispiel Herzschwäche oder vorangegangenem Herzinfarkt),
- nach einem Schlaganfall,
- mit einer Nierenerkrankung oder
mit Durchblutungsstörungen in den Beinen.
Die nichtmedikamentösen Maßnahmen
Die nichtmedikamentösen Maßnahmen können für den Therapieerfolg genauso wichtig sein wie die einzunehmenden Medikamente. Vernachlässigen sollten Betroffene sie auch dann nicht, wenn sie bereits Medikamente nehmen. Die Wirkung der Arzneimittel lässt sich damit verbessern, sodass möglicherweise eine geringere Dosis ausreichend ist.
Aktiv informieren
Zu den nichtmedikamentösen Maßnahmen zählt zunächst, umfassend aufgeklärt zu sein und sich bewusst zu entscheiden, selbst aktiv gegen den Bluthochdruck vorzugehen.
Umfassend aufgeklärt zu sein bedeutet, über die Erkrankung, die damit verbundenen Gefahren und die möglichen Behandlungswege genau Bescheid zu wissen. Nur wer gut informiert und gewissermaßen ein Experte auf dem Gebiet Bluthochdruck ist, kann an den Therapieentscheidungen mitwirken.
Nutzen bringen zahlreiche Bücher, TK-Broschüren und Internetangebote zum Beispiel über gesunde Ernährung und Bewegung.
Aktiv mitwirken
Persönliches Engagement entscheidet über den Erfolg der Behandlung.
Vorneweg steht die Bereitschaft, sich aktiv an der Therapie zu beteiligen, das heißt Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Wichtig ist, mögliche Gefahren des eigenen Lebensstils zu erkennen, die den Blutdruck erhöhen können. Hierzu zählen eventuelles Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen und zu hoher Alkohol- und Kochsalzkonsum. Es gilt, diese Belastungsfaktoren schrittweise zu reduzieren oder ganz zu verbannen.
Lieb gewonnene, aber gesundheitsschädliche Gewohnheiten zu verändern fällt manchmal schwer, weil wir dies als Einschränkung empfinden, ohne dass dafür eine sofortige Belohnung winkt. Das, was häufig aber die Belohnung für Verzicht ist, nämlich ein längeres und gesundes Leben, wird zudem von vielen Menschen als selbstverständlich erachtet - leider eine trügerische Vorstellung.
Ein erster Schritt im Sinne von "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" wäre, selbst zu überprüfen, welche Belastungsfaktoren sich durch den eigenen Lebensstil ergeben, die den Blutdruck erhöhen können. Wer Übergewicht (BMI über 25 kg/m2) hat, sich weniger als 30 Minuten am Tag bewegt, raucht und zu viel Alkohol konsumiert (Männer mehr als 20 Gramm und Frauen mehr als zehn Gramm pro Tag), führt ein riskantes Leben. Übrigens: Ein Viertelliter Wein oder ein halber Liter Bier enthalten jeweils etwa 20 Gramm Alkohol.
Regelmäßige Blutdruckkontrolle
Um den Blutdruck und die Wirkung der Medikamente zu kontrollieren, sollten Betroffene ihren Blutdruck regelmäßig messen. Am Anfang der Therapie ist dies zweimal täglich ausreichend. Ist der Blutdruck stabil eingestellt, genügt es, dreimal in 14 Tagen zu messen.