Der Bluthochdruck kann primär ohne erkennbare Ursache oder infolge einer anderen Erkrankung, also sekundär, entstehen.
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Primärer Bluthochdruck - primäre Hypertonie
In 90 bis 95 von 100 Fällen ist die Ursache eines erhöhten Blutdrucks erblich oder durch äußere Risikofaktoren, die sich aus dem Lebensstil ergeben, bedingt. Es liegt also bei der Mehrzahl der Betroffenen ein primärer, auch essenziell genannter Bluthochdruck vor.
Bei einem primären Bluthochdruck spielen meist mehrere Belastungsfaktoren eine Rolle. Dies können zum Beispiel Übergewicht, starker Kochsalzkonsum, Alkohol, Mangel an Bewegung, Rauchen oder auch Stress sein.
Ein erhöhter Salzkonsum - mehr als vier bis sechs Gramm pro Tag - kann den Blutdruck ansteigen lassen. Dies gilt besonders für salzsensitive (salzempfindliche) Menschen, etwa 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung. Durch eine kochsalzreduzierte Ernährung können Betroffene diese Risiken deutlich vermindern.
Belastungsfaktoren für Bluthochdruck
Hinzu können Risikofaktoren kommen, die die Blutgefäße direkt schädigen. Hierzu zählen - neben dem Bluthochdruck - Rauchen, Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen. Diese Faktoren sind bis zu einem gewissen Grad ebenfalls beeinflussbar.
Nicht zu steuern sind hingegen die Risikofaktoren Alter, männliches Geschlecht und erbliche Vorbelastung.
Sekundärer Bluthochdruck - sekundäre Hypertonie
Bei fünf bis zehn von 100 Personen mit Bluthochdruck entsteht dieser sekundär als Folge einer anderen Erkrankung oder durch Nebenwirkungen von Medikamenten. Häufig sind dies Nierenerkrankungen, seltener Hormonstörungen. Können diese Ursachen erfolgreich behandelt werden, normalisiert sich in vielen Fällen der Blutdruck wieder.
Bei den Medikamenten können zum Beispiel die Antibabypille, bestimmte Appetitzügler oder einige Rheumamedikamente eine Rolle spielen.
So häufig ist Bluthochdruck
Die Zahl der Bluthochdruckpatienten in den Industrieländern nimmt seit vielen Jahren zu. Etwa jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet an Bluthochdruck, wobei viele Betroffenen nichts davon wissen.
Untersuchungen belegen, dass in den Industrieländern auch einige junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahren hohe Blutdruckwerte aufweisen. In jungen Jahren legen die Betroffenen vor allem durch eine ungesunde Lebensweise den Grundstein dafür, dass im höheren Alter die Blutdruckwerte deutlich ansteigen.
In der Altersgruppe der 70-Jährigen weisen bereits über 85 Prozent erhöhte Blutdruckwerte auf. Ein Grund ist, dass die Gefäße mit zunehmendem Alter versteifen und langsam ihre Elastizität verlieren. Wenn sich das Herz zusammenzieht, steigt dadurch der systolische Blutdruck stärker an. Obgleich er dafür beim Erschlaffen des Herzens (Diastole) stärker fällt, sind die Anstiege nicht ungefährlich. Daher ist es mit zunehmendem Alter besonders wichtig, auf den systolischen Blutdruck zu achten.
Nur die regelmäßige Blutdruckkontrolle - mindestens einmal jährlich - hilft, einen erhöhten Blutdruck früh zu erkennen. Dies ist besonders wichtig, wenn in der Familie bereits etwa Eltern oder Geschwister erkrankt sind. Gerade Jugendliche aus einer mit Hochdruck vorbelasteten Familie sollten regelmäßig ihren Blutdruck kontrollieren lassen. Je früher der Hochdruck erkannt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen, die lebensgefährlichen Folgen dieser Krankheit zu vermeiden.
Bluthochdruck im Alter
Zusammenhang zwischen Alter und Bluthochdruck
Die Grafik veranschaulicht den Zusammenhang zwischen zunehmendem Alter und Bluthochdruck (Werte über 140 mmHg systolisch und 90 mmHg diastolisch). Demnach sind von den 30- bis 39-Jährigen 35 Prozent der Männer und 16 Prozent der Frauen und von den 70-Jährigen 85 Prozent der Frauen und 88 Prozent der Männer an Bluthochdruck erkrankt.
erstellt am 14.09.09; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 14.04.12
Quelle: TK-Broschüre Bluthochdruck; Therapieempfehlung Arterielle Hypertonie der AKDAE 2. Auflage 2004; Robert-Koch-Institut: GBE-Heft 43 Hypertonie, Dezember 2008; Thefeld, W. et al. Verbreitung der Herz-Kreislauf-Risikofaktoren Hypercholesterinämie, Übergewicht, Hypertonie und Rauchen in der Bevölkerung. Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2000;43:415–423; Graphik: Robert-Koch-Institut: GBE-Heft 43 Hypertonie, Dezember 2008.