Wie wird Darmkrebs behandelt?

Sowohl die Art der Therapie als auch die Prognose der Erkrankung hängen entscheidend davon ab, wo und in welchem Stadium sich der Tumor befindet. In die Therapieplanung fließen außerdem verschiedene Faktoren ein: Ob der Tumor in das umliegende Gewebe eingedrungen ist, die Lymphknoten befallen oder Absiedelungen (Metastasen) in anderen Organen wie der Leber vorhanden sind.

 

Verschiedene Therapiemöglichkeiten

Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten, Darmkrebs zu behandeln. Eine Heilung ist derzeit nur durch eine Operation mit kompletter Entfernung des Tumors und somit aller bösartiger Zellen möglich. Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten der Therapie.

 

Bei der Operation entfernt der Chirurg die betroffenen Darmanteile komplett mit ihren Lymphabflusswegen und angrenzenden Lymphknoten. Neben der Operation gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten wie die Chemotherapie, die Strahlentherapie beziehungsweise eine Kombination aus beiden Verfahren sowie neuartige Immuntherapien.

 

Behandlung von Dickdarmkrebs (Kolonkarzinom)

Für die chirurgische Entfernung eines Tumors im Dickdarm stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung: der Bauchschnitt oder das Schlüssellochverfahren (Laparoskopie).

 

Um einen Krankheitsrückfall zu vermeiden, ist je nach Ausdehnung des Tumors und Lymphknotenbefall unter Umständen auch nach der Operation eine Anschlusstherapie notwendig. Die Anschlusstherapie besteht beim Dickdarmkrebs aus einer Chemotherapie. Dazu erhalten Betroffene in regelmäßigen Abständen meist über ein halbes Jahr Zytostatika, die verbliebene Krebszellen abtöten und die Ausbildung von Tochtergeschwülsten verhindern sollen.

 

Liegen bereits Tochtergeschwülste in anderen Organen (Metastasen) vor, können zusätzlich zur Chemotherapie auch Antikörper zum Einsatz kommen, die gezielt das Wachstum und die Vermehrung von Tumorzellen unterbrechen. Bei fast allen Therapien kann ein Krankenhausaufenthalt vermieden werden.

 

Behandlung von Enddarmkrebs (Rektumkarzinom)

Bei Tumoren des Enddarms erfolgt nach Möglichkeit ebenfalls eine Operation. Diese Tumoren lassen sich gegebenenfalls auch durch den After entfernen. Ein künstlicher Darmausgang (Stoma, Anus praeter) lässt sich nicht immer vermeiden, zum Beispiel wenn der Tumor zu nah am Schließmuskel sitzt. Bei den meisten Patienten ist dies jedoch nicht notwendig.

 

Um die Erfolgsaussichten einer Operation zu erhöhen oder auch die Anlage eines künstlichen Darmausgangs zu verhindern, kann man im Vorfeld der Operation versuchen, den Tumor zu verkleinern. Deshalb erhalten einige Patienten mit einer bösartigen Wucherung im Enddarm vor der Operation eine Bestrahlung oder eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie.

 

Auch nach der Operation kann eine Chemotherapie zusammen mit einer Bestrahlung erfolgen, um das Risiko für einen Rückfall und die Bildung von Metastasen zu reduzieren. Liegen bereits Tochtergeschwülste in anderen Organen (Metastasen) vor, können auch bei diesen Patienten zusätzlich Antikörper zum Einsatz kommen, die gezielt das Wachstum und die Vermehrung von Tumorzellen unterbrechen.   

 

Behandlung von Metastasen

Liegen einzelne Metastasen (Tochtergeschwülste) zum Beispiel in Leber oder Lunge vor, lassen sich diese unter Umständen chirurgisch entfernen. Ob dies möglich ist, hängt unter anderem von der Anzahl, der Lage, der Größe und Ausbreitung sowie von Begleiterkrankungen ab. Einige Patienten erhalten nach der Operation zusätzlich eine Chemotherapie, um die erneute Entstehung von Metastasen zu verhindern. Ein Teil der Patienten kann dadurch geheilt werden.

 

Ist eine chirurgische Entfernung der Metastasen nicht möglich, erhalten die Patienten eine Chemotherapie, um die Ausbreitung des Krebses aufzuhalten oder die Absiedelungen zu verkleinern. Man kann dann allerdings nicht mehr von einer Heilung ausgehen.

 

Lebermetastasen lassen sich im Einzelfall auch durch spezielle auf die Leber begrenzte Therapieverfahren wie die Lasertherapie, die Radiofrequenzablation oder die stereotaktische Radiotherapie bekämpfen. Allerdings können diese Verfahren nach den bisherigen Erkenntnissen das Leben der Patienten nicht verlängern.

 

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