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alte Frau im Bett

Oft zu spät erkannt

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Depressionen kommen im Alter nicht häufiger vor als bei jungen Menschen, werden aber leicht von anderen, oft dringlicher erscheinenden Gesundheitsproblemen in den Hintergrund gedrängt oder schlichtweg übersehen.

Zumal mangelnde Energie und Hoffnungslosigkeit oft bei älteren Menschen auch mit dem natürlichen Alterungsprozess in Zusammenhang gebracht werden. Dies geht zu Lasten der Früherkennung und einer angemessenen Therapie bei depressiven Erkrankungen.

 

Im letzten Jahrhundert hat sich die Lebenserwartung aufgrund von vielen Faktoren deutlich verbessert. Menschen, die weit über 85 Jahre alt werden, sogenannte Hochbetagte, sind keine Seltenheit mehr. Für viele ist es jedoch nicht einfach, alt zu werden. Die Leistungsfähigkeit nimmt ab, körperliche Beschwerden häufen sich und es wird zunehmend schwieriger, im gewohnten Tempo des Alltags mitzuhalten. Das muss jedoch nicht zwangsläufig damit verbunden sein, dass das Leben nicht mehr interessant und aktiv gestaltet werden kann. Der Umgang mit dem Älterwerden ist sicher auch eine Typfrage und hängt von der grundsätzlichen Lebenseinstellung ab.

 

Depressionen sind nicht so selten, wie man denkt!

Die Depression gehört neben der Demenz zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen im Alter. Etwa fünf Prozent der über 65-Jährigen leiden an einer behandlungsbedürftigen Depression. Ältere Menschen in Alten- und Pflegeheimen haben sogar ein mehr als doppelt so hohes Risiko, an einer Depression zu erkranken.

 

Körperliche Erkrankungen können Auslöser für eine depressive Symptomatik sein (zum Beispiel Krebserkrankungen, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen, chronische Schmerzzustände). Aber auch andere Lebensereignisse wie der Eintritt in den Ruhestand, der Tod des Partners, Vereinsamung oder der Verlust der Autonomie, die im Alter häufiger auftreten, sind in Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen zu sehen. In der Generation der heute über 60 Jährigen ist bei depressiven Symptomen im Alter immer auch noch an eine verspätete Reaktion auf Kriegs-, Verfolgungs- oder Vertreibungserlebnisse zudenken. Vergleichbares gilt auch für andere traumatische Erlebnisse im Lebenslauf.

 

Autor: Dr. med. Catharina Bullmann, erstellt am 01.11.05; zuletzt aktualisiert am 15.08.11

Quelle: TK

 
 
 

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