Seit dem Tod des Nationaltorhüters Robert Enke beschäftigt das Thema Depressionen viele Menschen. Für die meisten ist es unverständlich, wie ein so erfolgreicher Sportler überhaupt an Depressionen erkranken konnte.
Ärztin Maria SchwormstedtDrei Fragen an die Ärztin Maria Schwormstedt:
TK: Warum verheimlicht ein Mensch seiner Umwelt, dass er an Depressionen leidet?
Schwormstedt: Wer an einer psychischen Erkrankung wie etwa Depressionen leidet, wird auch heute noch von seiner Umwelt oft nicht ernst genommen. Da heißt es dann schon einmal, derjenige hätte doch alles, es gäbe gar keinen Grund für diese oder jene Störung und er solle sich mal nicht so anstellen. Solch ein Verhalten kann dazu führen, dass die Betroffenen nicht über ihre Probleme sprechen.
TK: Warum erkrankt jemand an einer Depression, obwohl er erfolgreich ist und voll im Leben steht?
Schwormstedt: Eine Depression kann uns alle jederzeit, unabhängig von der derzeitigen Lebenssituation, treffen. Sie wird durch mehrere Faktoren ausgelöst, Wissenschaftler gehen unter anderem von einer genetischen Veranlagung sowie bestimmten Hirnstoffwechselstörungen aus. Daher kann auch ein anscheinend glückliches Leben eine Depression nicht verhindern.
TK: Wie kann Betroffenen geholfen werden?
Schwormstedt: Wer glaubt, er könnte an einer Depression leiden, sollte sich unbedingt jemandem anvertrauen. Denn im Gegensatz zu Menschen, die einfach mal traurig und niedergeschlagen sind, können sich von einer Depression Betroffene nicht selber helfen. Daher muss hier professionelle Hilfe gesucht werden. Hierbei können Familie oder Freunde unterstützen. In vielen Fällen können Depressionen heute erfolgreich behandelt werden.
Autor: TK, erstellt am 12.11.09
Quelle: TK