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Fußball unterm Arm

Prominente bekennen sich

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Ob Fußball- oder Schlager-Star: Immer mehr Prominente leiden unter Depressionen. Statt sich zu verstecken, sind sie an die Öffentlichkeit gegangen. Sie reden frei über den Leidensdruck, aber auch über ihre Erfolge bei der Krankheitsbewältigung.

Sebastian Deisler, früherer Spielmacher der Nationalmannschaft machte seine Erkrankung im Herbst 2003 bekannt. "Ja, ich bin krank, ich leide an Depressionen", sagte er und lies eine staunende und fragende Öffentlichkeit zurück. Im Oktober 2009 erschien seine Biografie "Sebastian Deisler. Zurück ins Leben".

 

Im Jahr 2004 suchte der Skispringer Sven Hannawald professionelle Hilfe wegen eines Burn-out-Syndroms.

 

Schlagerstar Michelle litt einige Zeit unter schweren Depressionen und unternahm nach eigenen Angaben einen Selbstmordversuch. In ihrer Musik verarbeitet die Sängerin das Erlebte.

 

Auch international bekannte Persönlichkeiten sagen offen, dass sie erkrankt sind: Brigitte Bardot, Robbie Williams, Mariah Carey und der brasilianische Fußballstar Adriano Leite Ribeiro litten bzw. leiden beispielsweise unter Depressionen.

 

Aufklärungsarbeit zum Tabuthema "Depression" ist dringend notwendig: Schließlich ist etwa jeder Zehnte mindestens einmal in seinem Leben betroffen. Meist verlaufen Depressionen in Krankheitsphasen, die Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten. Neben der Seele kann auch der Körper betroffen sein: Die meisten Patienten gehen nicht wegen ihrer Depression, sondern wegen körperlicher Beschwerden zum Arzt. Typisch sind Kopfschmerzen, Schwindel, Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen, Beklemmungsgefühle in der Brust, Atembeschwerden oder gehäufte Infekte. Eine Sonderform, allerdings keine "echte" Depression, ist die saisonale Stimmungsschwankung, auch Winterdepression genannt.

 

Ausgebrannt

Im Zusammenhang mit depressiven Störungen taucht oft der Begriff Burn-out auf - ein chronisches Erschöpfungssyndrom, das in eine Depression münden kann. Betroffen sind häufig Berufstätige, aber auch Eltern oder Pflegende, die sich mit Haut und Haaren einer Aufgabe hingeben. Die hohen Erwartungen an sich selbst schlagen jedoch in Überforderung um, bis man sich irgendwann völlig übernommen hat.

 

Die Betroffenen haben häufig die Erfahrung machen müssen, immer nur Kritik geerntet zu haben - nie Lob. Entscheidungen durften sie nicht selbstständig treffen. Eigene Bedürfnisse, Familie und Freunde werden vernachlässigt, man zieht sich immer mehr zurück. Aussagen wie "Ich fühle mich völlig ausgelaugt" und "Ich habe zu nichts mehr Lust" sind typisch. Ähnlich wie bei der Depression wird auch das Burn-out-Syndrom in vielen Fällen von körperlichen Befindlichkeitsstörungen wie Rücken- oder Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen begleitet.

 

Auslöser: Belastungs-Situationen

Burn-out und Depression entstehen über einen längeren Zeitraum und lassen sich nicht auf eine einzige Ursache zurückführen. Häufige Auslöser sind besondere Belastungssituationen wie der Verlust einer wichtigen Bezugsperson, chronische Über-, aber auch Unterforderung oder die Anpassung an neue Umstände, wie etwa Eintritt in den Ruhestand, Verlust des Arbeitsplatzes etc. Der Alltag kann durch Depressionen so massiv beeinträchtigt werden, dass es schlimmstenfalls kaum mehr möglich ist, morgens aus dem Bett aufzustehen. Das gesamte Denken, die Gefühle, der Bezug zu Angehörigen - nichts kann mehr Lebenslust auslösen.

Autor: Dr. med. Anja Lütke, erstellt am 01.11.05; zuletzt aktualisiert am 15.08.11

Quelle: TK

 
 
 

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