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Was ist Multiple Sklerose?

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Multiple Sklerose (MS, Vielfache Vernarbung) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark). Das Abwehrsystem (Immunsystem) richtet sich dabei gegen körpereigene Strukturen, deshalb zählt die MS zu den Autoimmunkrankheiten.

Die Abwehrzellen greifen die Schutzschicht der Nervenfasern (Myelinscheiden) an. Dadurch entsteht eine Entzündungsreaktion, die zu einem langsamen Abbau der Myelinscheiden führt. Die Folge ist eine Funktionsstörung der betroffenen Nerven, die sich zum Beispiel als Seh- oder Hörstörung äußern kann.

 

In Deutschland sind mindestens 120.000 Menschen von MS betroffen. Frauen erkranken häufiger daran als Männer. Die Krankheit tritt in jedem Lebensalter auf, am häufigsten beginnt sie zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Auch Kinder und Jugendliche sind davon betroffen. Derzeit sind etwa drei bis fünf Prozent der MS-Patienten unter 16 Jahre alt.

 

Was sind die Ursachen einer Multiplen Sklerose?

Bis heute ist die genaue Ursache der Multiplen Sklerose, die zur Fehlsteuerung des Abwehrsystems führt, nicht bekannt. Es wird vermutet, dass verschiedene erbliche und äußerliche Umstände aufeinander treffen müssen, damit die Krankheit ausbricht.

 

Welche Symptome kann eine Multiple Sklerose haben?

Die Symptome der Multiplen Sklerose sind sehr unterschiedlich, da sich Entzündungsherde in sämtlichen Regionen des zentralen Nervensystems entwickeln können. Einige Beschwerden sind allerdings häufig und für bestimmte Erkrankungsphasen typisch.

 

Zu den frühen Anzeichen der Multiplen Sklerose gehören Störungen der Gefühlswahrnehmung in Armen und Beinen, der Sicherheit beim Gehen, des Gleichgewichts und des Sehens.

 

Später können weitere Beschwerden hinzukommen, zum Beispiel starke Ermüdungserscheinungen, Schwäche in den Beinen, Blasenprobleme, Koordinationsstörungen oder Schmerzen. Bei vielen Patienten kommen außerdem Gedächtnisstörungen und psychische Veränderungen vor. Auch Muskellähmungen können auftreten.

 

Langfristig kann die MS zu schweren Behinderungen führen. Etwa ein Drittel der Patienten muss deshalb vorzeitig in Rente gehen.

Autor: Dr. med. Thomas Giese; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. Judith Neumaier am 26.11.11

Quelle: Brandt, Th.: Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen, Kohlhammer, 3. Auflage.1998; Gleixner, C.: Neurologie und Psychiatrie. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, 2000/2001; Hopf HC.: Neurologie in Praxis und Klinik Band II. Thieme, 1999; Klingelhöfer, J.: Klinikleitfaden Neurologie/Psychiatrie, Urban&Fischer-Verlag, 2001; Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Diagnostik und Therapie der Multiplen Sklerose, 2008 (www.dgn.org/images/stories/dgn/leitlinien/LL2008/ll08kap_034.pdf); Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband e.V.: Immunmodulatorische Stufentherapie der Multiplen Sklerose. September 2006; Poeck K., Hacke W.: Neurologie. 12.Auflage, 2006, Springer-Verlag; Marziniak, M. et al.: MS-Therapie jetzt ohne Spritze? Info Neurologie & Psychiatrie 2011;7-8:43-46; Stark, W. et al.: Multiple Sklerose - Die Besonderheiten bei Kindern. pädiatrie hautnah 2011; 23 (1): 31–36.

 
 
 

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