Es gibt keine eindeutigen Merkmale, an denen Mediziner eine funktionelle Magen-Darm-Krankheit festmachen können. Erschwerend kommt hinzu, dass organische Erkrankungen ähnliche Beschwerden hervorrufen. Die Diagnose kann der Arzt letztlich nur stellen, indem er Schritt für Schritt organische Ursachen ausschließt.
Ausführliches Arztgespräch zu Beginn
Um dem Grund für Ihre Beschwerden auf die Spur zu kommen, erhebt der Arzt zunächst eine gründliche Anamnese
. So heißt das Gespräch, das er mit Ihnen führt, um mehr über die Krankheitsgeschichte zu erfahren. Er wird Ihnen viele Fragen stellen, um herauszufinden, woher die Beschwerden rühren. Dabei ist es für den Arzt eine große Hilfe, wenn Sie Ihre Symptome möglichst genau beschreiben.
Neben Auskünften darüber, wie, wo und wann sie sich äußern, sind für ihn auch Informationen zu Ihren Ernährungsgewohnheiten wesentlich. Der Arzt wird Sie eventuell sogar bitten, über einen längeren Zeitraum eine Art Tagebuch über Ihre Beschwerden zu führen. Deren Ausmaß und Häufigkeit könnten bereits den Verdacht auf eine funktionelle Magen-Darm-Erkrankung erwecken.
Weiterhin sind Angaben zu Ihren Lebensumständen wichtig: Leben Sie in einer Partnerschaft und haben Sie Kinder? Welchen Beruf üben Sie aus? Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein? Rauchen Sie? Wie steht es mit Ihrem Alkoholkonsum? Leiden Sie unter Schlafstörungen? Haben Sie in letzter Zeit an Gewicht verloren oder zugenommen? Liegen Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten vor? Stehen Sie derzeit beruflich oder privat stark unter Stress?
Annäherung an die Diagnose
Aus den gegebenen Informationen versucht der Arzt dann, erste Hinweise zu bekommen. Durch konkrete Nachfragen zu einzelnen Punkten kreist er Ihren speziellen Fall ein und grenzt ihn damit nach und nach von anderen Ursachen ab.
Bösartige Tumore in der Familiengeschichte des Patienten, Blutungen oder eine starke ungewollte Gewichtsabnahme könnten beispielsweise Anzeichen einer organischen Erkrankung sein, die unbedingt näher untersucht werden müssen.
Auch Zöliakie, eine Überempfindlichkeit gegen das Eiweiß Gluten, das in vielen Getreidesorten vorkommt, kann ähnliche Symptome aufweisen und muss daher ausgeschlossen werden.
Klinische Untersuchung
Nach der Anamnese, die Anhaltspunkte für das weitere Vorgehen geliefert hat, wird der Arzt Sie körperlich untersuchen. Dazu misst er Ihren Puls und Ihren Blutdruck, hört Ihr Herz und Ihre Lunge ab und betastet Ihren Bauchbereich. Außerdem nimmt Ihnen der Arzt Blut ab und wird Sie eventuell darum bitten, später eine Stuhlprobe einzureichen.
Aus den Ergebnissen der jeweiligen Laboruntersuchungen kann er weitere Schlüsse ziehen. Sowohl im Blut als auch im Stuhl sind funktionelle Dyspepsie und Reizdarmsyndrom allerdings nicht nachweisbar – die Tests dienen nur dazu, andere Ursachen auszuschließen.
Ultraschall des Bauches
Wenn Ihre Beschwerden länger als vier Wochen andauern, wird der Arzt Ihnen voraussichtlich weitere Untersuchungsverfahren vorschlagen – angefangen mit einem Ultraschall
Ihres Bauchraumes, der Abdomen-Sonografie
. Mithilfe dieser Methode kann der Mediziner Veränderungen an den Organen erkennen, die etwa auf einen Tumor hinweisen.
Bei der völlig schmerzfreien Untersuchung liegen Sie auf dem Rücken, während der Arzt den Schallkopf bedient, der Bilder aus Ihrem Körper auf einen Bildschirm überträgt. Er bewegt den Schallkopf auf Ihrem Bauch hin und her, sodass er die Organe aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten kann. Der Vorgang dauert zwischen fünf Minuten und einer Viertelstunde.
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Autor: Anne Fischer; Prof Dr. med. Roland Gugler (med. Fachlektorat), erstellt am 09.01.12
Quelle: TK-Broschüre Reizmagen und Reizdarmsyndrom. Techniker Krankenkasse (2011)

