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Kinder nehmen Schmerzen anders wahr

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Kinder spüren Schmerzen von Geburt an genauso intensiv wie Erwachsene. Da kleine Kinder noch nicht erklären können, dass sie Schmerzen haben und wo es weh tut, stehen Eltern und Ärzte oft vor einem Problem.

Das Nervensystem der Kinder, ihre Körperwahrnehmung und ihr Sprechvermögen sind noch nicht voll entwickelt - ihr "Schmerzgedächtnis" funktioniert aber schon hervorragend.

 

Bei Säuglingen kann langes und andauerndes Schreien auf Schmerzen hinweisen, sie wollen meist nicht trinken und fassen sich häufig ans Ohr.

 

Kleinkinder projizieren die unterschiedlichsten Schmerzen, wie beispielsweise Halsschmerzen, in den Bauch. Auf Nachfrage können sie den Schmerzort zwar genauer bestimmen, aber ihre Schmerzwahrnehmung entspricht noch nicht der eines Erwachsenen. Sie gleicht sich erst etwa ab dem siebten Lebensjahr allmählich der Schmerzwahrnehmung von Erwachsenen an, bis sie im Alter von zwölf Jahren vergleichbar ausgebildet ist.

 

Die Schmerzbehandlung bei Kindern unterscheidet sich in der Wahl der Medikamente erheblich von der bei Erwachsenen. Dies ist den Eltern oder anderen nichtärztlichen Personen, die ein krankes Kind mit Schmerzen pflegen, jedoch häufig nicht klar - deshalb werden heute immer noch schätzungsweise zwei Drittel der Kinder mit Erwachsenenmedikamenten behandelt. Aber Kinder sind keine kleinen Erwachsenen.

Autor: Dr. med Susanne Holthausen / Sabine Keller, erstellt am 23.02.09; zuletzt aktualisiert am 14.09.11

 
 
 

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