Die Schmerzarten
Man unterscheidet mehrere Formen des Schmerzes, abhängig von Entstehungsort und Dauer.
Schmerzen kann man an der Körperoberfläche oder im Inneren des Körpers empfinden. Mediziner sprechen hier von Oberflächen- beziehungsweise Tiefenschmerz.
Der Oberflächenschmerz entsteht in der Haut. Sticht beispielsweise eine Nadel in die Haut, empfindet man einen "hellen", "stechenden" Schmerz, der gut lokalisierbar ist und schnell abklingt - gefolgt von einem eher dumpfen, brennenden Schmerzgefühl, das langsamer abklingt. Oberflächenschmerzen lösen Flucht- und Abwehrreflexe aus.
Der Tiefenschmerz stammt aus dem Körperinneren, den Skelettmuskeln, Knochen, Gelenken und dem Bindegewebe. Einer der häufigsten Tiefenschmerzen beim Menschen ist der Gelenkschmerz. Auch der Kopfschmerz ist ein Tiefenschmerz.
Schmerzen der Muskeln und Knochen werden auch als "somatische" Schmerzen bezeichnet, Schmerzen der inneren Organe als "viszerale" Schmerzen. Der Eingeweideschmerz tritt beispielsweise bei starker Dehnung der Gallenblase oder des Nierenbeckens auf. Der viszerale Schmerz ist eher dumpf.
Schmerzen durch krampfartige Bewegungen der Muskulatur innerer Organe, zum Beispiel eine Gallenkolik, oder durch die fehlende Durchblutung innerer Organe, sind besonders schwer erträglich. Übelkeit, Schweißausbrüche, Blutdruckschwankungen und ein allgemein starkes Krankheitsgefühl sind häufige Begleiterscheinungen des Eingeweideschmerzes.
Ein Schmerzreiz der inneren Organe wird oft gar nicht oder nicht ausschließlich am betroffenen Organ als Schmerz empfunden, sondern auch an der Körperoberfläche. Der Schmerz überträgt sich dabei auf den Hautabschnitt, der von dem gleichen Rückenmarkssegment wie das betroffene Organ versorgt wird, beispielsweise auf den linken Arm bei einem Herzinfarkt.
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Akute und chronische Schmerzen
Neben dem Entstehungsort ist auch die Dauer ein wichtiges Kriterium zur Beurteilung von Schmerzen. Akute Schmerzen treten plötzlich auf und haben einen bestimmten Auslöser, zum Beispiel eine Hautverbrennung. Das Ausmaß des Schmerzes hängt direkt von der Intensität des Reizes ab. Akute Schmerzen signalisieren Gefahr und warnen vor (weiteren) Schäden. Wenn der auslösende Reiz vorüber und die Schädigung behandelt ist, klingen sie rasch wieder ab.
Bei immer wiederkehrenden Schmerzen, zum Beispiel bei Migränekopfschmerzen oder Herzschmerzen bei , haben die Betroffenen zwischen den Schmerzanfällen schmerzfreie Episoden.
Chronische Schmerzen sind dauerhaft vorhandene Schmerzen, die lediglich in ihrer Intensität variieren können, wie es beispielsweise Rücken- oder Tumorschmerzen häufig der Fall ist. Nach welchem Zeitraum akute Schmerzen in chronische Schmerzen übergehen, ist unterschiedlich.
Chronische Schmerzen sind eine große Belastung für die Betroffenen, weil sie einen großen Teil ihrer Lebenskraft beanspruchen. Der Dauerschmerz verliert seine Warn- und Schutzfunktion, löst sich von der eigentlichen Ursache und wird selbst zur Krankheit.
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Nervenschmerzen
Nervenschmerzen (neuropathische Schmerzen) entstehen, wenn die Nerven selbst geschädigt oder erkrankt sind. Ein typisches Beispiel ist die diabetische Neuropathie. Sie tritt auf, wenn eine langjährige Zuckerkrankheit zu Nervenschädigungen führt. Die Betroffenen spüren ein Kribbeln und Brennen in den Beinen.
Auch Phantomschmerzen sind Nervenschmerzen. Sie können nach Amputationen auftreten. Dabei haben die Betroffenen das Gefühl, der amputierte Körperteil schmerze.
Psychogene Schmerzen
Relativ häufig ist schließlich der psychosomatische Schmerz, der zwar im Körper oder in einem Körperteil empfunden wird, dessen Ursachen aber in psychosozialen Problemen zu suchen sind.
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