Schmerzen: Unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis
Mediziner definieren Schmerz als ein "unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit einer aktuellen oder potenziellen Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit den Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird". Schmerz tritt auf, wenn Gewebe so stark gereizt wird, dass es zerstört zu werden droht oder ein entsprechender Sinneseindruck vorliegt.
Das Schmerzerleben wird von drei Aspekten bestimmt: der körperlichen (sensorischen) Schmerzwahrnehmung, der emotionalen Schmerzbewältigung und der Dauer des Schmerzes. Versuche haben gezeigt, dass die drei Schmerzaspekte weitgehend unabhängig voneinander sind.
Ansätze zur Schmerzbehandlung richten sich in der Regel schwerpunktmäßig gegen einzelne Aspekte des Schmerzes. So beeinflussen handelsübliche Schmerzmittel zumeist die körperliche Schmerzwahrnehmung. Hat sich ein Schmerzerleben jedoch verselbstständigt und hängt es nicht mehr direkt von körperlichen Prozessen ab, wie es zum Beispiel bei chronischen Schmerzen oder der Schmerzkrankheit der Fall sein kann, bieten Behandlungsverfahren Hilfe, die stärker die emotionale Schmerzbewältigung in den Vordergrund stellen.
So unangenehm und quälend Schmerzen sind, haben sie für den Organismus doch eine überlebenswichtige Funktion. Sie warnen und schützen ihn vor Verletzungen von außen und innen. Wie wichtig Schmerz als Warnsystem ist, zeigt sich besonders deutlich am - seltenen - Beispiel von Menschen, die mit einer völligen Schmerzunempfindlichkeit geboren werden.
Sie können gewebeschädigende Reize weder wahrnehmen noch rechtzeitig auf sie reagieren. Deshalb erleiden sie schon von frühester Kindheit an schwere Schäden und sterben nicht selten frühzeitig an den Folgen.