Die Gründe für eine mangelnde Mitarbeit des Patienten sind vielfältig und nicht nur auf Seiten der Patienten zu suchen. Auch Mediziner mit einem veralteten Bild der Arzt-Patienten-Beziehung können die Ursache sein.
Absolutistische Ärzte unerwünscht
Ein Arzt, der sich den Patienten überlegen fühlt, sie in dominantem oder gar absolutistischem Stil führt und so ganz dem Klischee des Halbgottes in Weiß entspricht, sollte sich nicht wundern, dass seine Patienten ihm die Zusammenarbeit aufkündigen.
Manch ein Patient mag gerade solche Ärzte bevorzugen. Die meisten Patienten wollen jedoch ernst genommen und als Partner akzeptiert werden.
Arzt - Patient: eine Partnerschaft
Wie Patienten sich eine partnerschaftliche Beziehung zu ihrem Arzt während einer Therapie vorstellen, zeigen die Ergebnisse eines vom Bundesgesundheitsministerium eingerichteten Förderschwerpunktes "Der Patient als Partner im medizinischen Entscheidungsprozess".
Entgegen der Erwartung mancher Ärzte möchten zwischen 80 und 90 Prozent der Patienten ausführlich über ihre Behandlung informiert werden - auch über Risiken und Nebenwirkungen oder schlechte Prognosen.
Über 70 Prozent der Patientinnen und Patienten möchten alleine oder mit dem Arzt gemeinsam entscheiden. Dabei gehen selbst die Patienten, die die Entscheidung allein dem Arzt überlassen möchten, davon aus, dass dieser ihre persönlichen Werte und Präferenzen kennt und in seine Entscheidung mit einbezieht.
Partnerschaftliche Entscheidungen von Arzt und Patient führen zu einer aktiveren Krankheitsbewältigung und zu nachweislich besseren Behandlungsergebnissen. Eine solche Beteiligung von Patientinnen und Patienten bedeutet keine unverhältnismäßig hohe Belastung für den Arzt oder die Ärztin, sondern kann gut in den Praxisalltag integriert werden.
Autor: Marcus Anhäuser, erstellt am 30.05.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 13.10.11
Quelle: Deutsches Ärzteblatt, BMGS, ABDA