Vollnarkosen und Periduralanästhesien sind für Kinder, die per Kaiserschnitt entbunden werden, etwa gleich sicher. Für Mütter haben sich in einigen Punkten jedoch Unterschiede ergeben. Welche Methode Frauen im Allgemeinen bevorzugen, ist nicht bekannt.
Werdende Mütter, die per Kaiserschnitt entbinden, haben in der Regel bis zu drei Wahlmöglichkeiten: eine Vollnarkose, bei der die Operierte komplett bewusstlos ist und zwei Methoden der lokalen Betäubung (Regionalanästhesie), unter denen die Patientin wach bleibt und ihr Kind direkt nach der Geburt sehen kann. Bei einer Regionalanästhesie wird der Körper von der Taille an abwärts betäubt. Dabei wird zwischen der "Periduralanästhesie" (PDA) und der "Spinalanästhesie" unterschieden.
Forschungsergebnisse über den Einsatz der PDA bei Wehenschmerzen können nicht ohne Weiteres auf Kaiserschnittgeburten übertragen werden, da die Periduralanästhesie bei einer normalen Entbindung oft über mehrere Stunden angewendet wird. Eine Vollnarkose lässt sich innerhalb kurzer Zeit einleiten. Daher wird sie bei Notfallkaiserschnitten eingesetzt, oder wenn eine Regionalanästhesie wegen bestimmter Gesundheitsprobleme der Frau nicht infrage kommt.
Die Wahl des Narkoseverfahrens bei ausreichender Vorlaufzeit
Wenn ausreichend Zeit vorhanden oder der Kaiserschnitt geplant ist, ist es möglich, die Narkoseart zu wählen. Bei den meisten Frauen hängt die Wahl davon ab, ob sie bei der Geburt wach sein möchten. Wenn sie sich für eine Peridural- oder Spinalanästhesie entscheiden, wird ihnen im unteren Teil der Wirbelsäule eine Spritze gesetzt, die die untere Körperhälfte betäubt. Bei einer Vollnarkose bekommen sie eine Kombination aus Medikamenten, die sie in Tiefschlaf versetzen.
Risiken der verschiedenen Narkosearten
Die Vollnarkose und die Regionalanästhesie gehen mit unterschiedlichen Risiken einher. Vollnarkosen können in Notfällen schnell eingeleitet werden - darin besteht ihr wesentlicher Vorteil. Dabei besteht aber das Risiko, dass sich die Frau während der Narkose übergibt und Erbrochenes in ihre Lunge gelangt (sogenannte Aspiration von Mageninhalt). Dies kann lebensgefährlich sein. Ferner riskiert man bei der Vollnarkose einen höheren Blutverlust. Bei einer PDA dagegen könnte der Blutdruck plötzlich stark abfallen. Eine andere unerwünschte Wirkung der PDA können Kopfschmerzen sein, die manchmal durch den Einstich in den Periduralraum ausgelöst werden ("postpunktionelle" Kopfschmerzen).
Früher wurden fast alle Kaiserschnitte unter Vollnarkose vorgenommen, aber inzwischen entscheiden sich Frauen und ihre Ärzte weltweit häufiger für die PDA.
- Seite 1: Kaiserschnitt: Wo liegen die Vor- und Nachteile von Periduralanästhesie (PDA) und Vollnarkose?
- Seite 2: Studien zur Wirkung verschiedener Narkoseverfahren
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), erstellt am 18.10.11
Quelle: www.gesundheitsinformation.de ((IQWiG)

