Kleinkinder mit hohem Allergierisiko: Könnte präbiotische Babynahrung vorbeugen?

Bei Babys mit einem hohen Allergierisiko könnte präbiotische Säuglingsnahrung die Entwicklung von Hautausschlägen (Ekzemen) verhindern. Die Wirkung der Produkte wurde jedoch noch nicht ausreichend untersucht, um sicher sein zu können. Bisher ist für keine Ersatznahrung nachgewiesen, dass sie besser schützt als das Stillen.

 

Teilweise wird Säuglingsnahrung mit bestimmten Zusätzen ergänzt - in der Hoffnung, dass sie helfen, Allergien und Lebensmittel-Hypersensitivitäten vorzubeugen. Einer der Zusätze, die heute in manchen Produkten verwendet werden, sind die sogenannten Präbiotika (englisch "prebiotics"). Dabei handelt es sich nicht um Bakterien wie bei den Probiotika, sondern um bestimmte Substanzen, die vom Körper nicht verdaut werden können und daher unbeschadet in den Darm gelangen.

 

Es wird vermutet, dass Präbiotika im Darm die Entwicklung von gesundheitsförderlichen Bakterien, einschließlich Milchsäurebakterien, anregen und dadurch anderen Bakterien entgegenwirken, die Allergien und Nahrungsunverträglichkeiten auslösen können.

Babys, die gestillt werden, haben deutlich mehr Milchsäurebakterien im Darm als Babys, die mit Säuglingsnahrung gefüttert werden. Dies ist einer der Gründe, warum man vermutet, dass das Stillen vor Allergien und Lebensmittel-Hypersensitivitäten schützen kann. Eine Art von Präbiotika, mit der Säuglingsnahrung angereichert wird, sind die sogenannten Oligosaccharide, eine Form von Kohlenhydraten (Zucker oder Stärke).


 

Studien zu präbiotischer Babynahrung in Bezug auf Allergien und Lebensmittel-Hypersensitivitäten

Wissenschaftler der Cochrane Collaboration haben die vorhandenen Studien zu präbiotischer Babynahrung ausgewertet. Sie wollten wissen, ob solche Präparate Allergien und Lebensmittel-Hypersensitivitäten vorbeugen können und ob sie unerwünschte Wirkungen haben. Die Wissenschaftler fanden zwei Studien, in denen die Wirkung von Präbiotika auf Allergien und Lebensmittel-Hypersensitivitäten untersucht wurde.

 

Insgesamt nahmen etwas mehr als 400 Babys daran teil. Zwischen den beiden Studien gab es deutliche Unterschiede: Zum Beispiel nahmen an einer Studie nur Babys mit einem hohen Allergierisiko teil. Aus solchen Gründen ist mehr Forschung nötig, um verlässliche Aussagen über die Wirkung präbiotisch angereicherter Säuglingsnahrung machen zu können.

In einer der beiden Studien entwickelten Babys, die präbiotisch ergänzte Nahrung bekommen hatten, etwas seltener einen Hautausschlag als Babys, die normale Babynahrung bekamen. In der anderen Studie, an der Babys ohne besonderes Allergierisiko teilgenommen hatten, zeigte sich kein Unterschied zwischen den beiden Kostformen.

Keine Studie dauerte lange genug, um die Langzeitwirkung oder mögliche unerwünschte Wirkungen von präbiotischer Säuglingsnahrung untersuchen zu können. Das bedeutet, es ist weitere Forschung erforderlich, um auszuschließen, dass solche Nahrungsergänzungsmittel nicht selbst Lebensmittel-Hypersensitivitäten auslösen.

 

Die Wissenschaftler folgern aus ihrer Auswertung, dass sich weitere Forschung über Präbiotika zwar lohnen würde - nach wie vor sei jedoch das Stillen die beste bekannte Möglichkeit, Babys zu ernähren.