Es gibt keinen verlässlichen Nachweis dafür, dass Soja-Babynahrung Säuglinge mit erhöhtem Allergierisiko vor Allergien oder Nahrungsunverträglichkeiten schützt.
Wenn ein Säugling nicht voll gestillt werden kann, stehen verschiedene Babynahrungsmittel zur Auswahl: Üblicherweise wird Babynahrung aus normaler Kuhmilch hergestellt. Zur Vorbeugung von Allergien wird aber auch Babynahrung aus Soja angeboten, sowie sogenannte hydrolysierte Babynahrung aus Kuhmilch oder Soja.
"Hydrolysiert" bedeutet, dass das Eiweiß in der Kuh- beziehungsweise Sojamilch in kleine Bruchstücke aufgespalten ist. Eiweißstoffe gelten als Auslöser der Allergie. Die Hoffnung ist, durch die Zerstörung der Eiweiße Allergien vermeiden zu können. Hydrolysierte Babynahrung ist in der Regel teurer als übliche Babynahrung.
Studien zu Soja-Babynahrung mit 700 Säuglingen
Um die Frage zu klären, ob eine der Alternativen vor Allergien schützen kann, haben Wissenschaftler die vorliegenden wissenschaftlichen Studien gemeinsam ausgewertet. Dabei haben sie sich vor allem auf Soja-Babynahrung konzentriert. Die Forscher fanden drei Studien über Soja-Babynahrung, an denen insgesamt mehr als 700 Säuglinge mit hohem Risiko für Allergien oder Nahrungsunverträglichkeiten teilgenommen haben.
Ein Ergebnis ist, dass Soja-Babynahrung nicht besser als normale Kuhmilch-Babynahrung vor Allergien, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Ekzemen und Asthma schützt. Es gibt sogar Berichte, dass Soja-Babynahrung selbst Allergien gegen Soja auslösen kann.
Keine der ausgewerteten Studien kann aber die Frage beantworten, ob sich die Wahl der Babynahrung in den ersten sechs Monaten auch auf das Allergierisiko in den folgenden Jahren auswirkt.
Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), erstellt am 02.01.12
Quelle: www.gesundheitsinformation.de ((IQWiG)