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Älteres Paar mit Hund beim Nordic Walking

Überaktive Blase: Was hilft Frauen bei sehr häufigem Harndrang?

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Blasen- und Beckenbodentraining können bei einer überaktiven Blase Inkontinenzbeschwerden lindern und die Zahl der Toilettengänge reduzieren. Auch Medikamente können etwas helfen. Zu operativen Eingriffen bei einer überaktiven Blase gibt es bisher keine ausreichende Forschung.

Eine Forschungsgruppe der US-amerikanischen Regierungsbehörde für Gesundheitsforschung und Versorgungsqualität (Agency for Health Care Quality and ResearchAHRQ) wollte herausfinden, wie gut die verschiedenen Behandlungsansätze Frauen mit einer überaktiven Blase helfen. Sie suchte nach Studien, die prüften, ob die Maßnahmen die Zahl der Toilettengänge verringern und die Inkontinenz Glossar-Symbol mindern konnten. Insgesamt schlossen die Forscherinnen und Forscher 232 Studien in ihre Analyse ein. Medikamente waren die Behandlungsart, die am häufigsten getestet wurde, gefolgt von Operationen. Weniger Studien fand die Forschungsgruppe zu nicht-medikamentösen und alternativmedizinischen Verfahren.

 

Forschung zu nicht-medikamentösen Maßnahmen

Frauen mit einer überaktiven Blase probieren häufig zunächst verschiedene therapeutische Ansätze aus. Sie könnten beispielsweise ein Blasentraining absolvieren, bei dem sie versuchen sollen, die Zeit zwischen zwei Toilettengängen immer mehr auszudehnen. Auch ein Beckenbodentraining und die Änderung des Trinkverhaltens gehören zu den möglichen Maßnahmen.

 

Leider gibt es nur eine Handvoll Studien, die untersucht haben, wie erfolgreich solche nicht-medikamentösen Strategien sind. Aber diese wenigen Studien legen nahe, dass diese Ansätze ähnlich nützlich sein könnten wie einige Medikamente, ohne deren unerwünschte Wirkungen zu haben.

 

Biofeedback gegen Inkontinenz

Um eine Vorstellung davon zu vermitteln, welche Ansätze es gibt, hier ein Beispiel aus einer der Studien: Die Teilnehmerinnen – ältere Frauen mit einer überaktiven Blase – erlernten Strategien, um einer Inkontinenz vorzubeugen. Sie wurden ermutigt, bei Harndrang nicht sofort zur Toilette zu eilen, sondern sich hinzusetzen, zu entspannen und die Beckenbodenmuskeln anzuspannen, um den Harndrang zu unterdrücken und sich selbst davon abzuhalten, sofort zur Toilette zu laufen und Wasser zu lassen. Danach sollten sie, sobald der Harndrang nicht mehr so stark war, mit normaler Geschwindigkeit zur Toilette gehen.

 

Außerdem setzten sie die Methode des Biofeedback ein, um ihre Körperwahrnehmung zu verbessern, und führten täglich Übungen durch, um ihre Beckenbodenmuskeln zu kräftigen. Beim Biofeedback lernt man, körperliche Prozesse zu erkennen, die uns normalerweise nicht bewusst sind. Indem man sie sich bewusst macht – so die Hoffnung – könnte man lernen, mehr Kontrolle über körperliche Abläufe zu erlangen, die normalerweise automatisch ablaufen.

 

Kombination verschiedener Ansätze nicht doppelt so erfolgreich wie ein Ansatz allein

Verschiedene Ansätze miteinander zu kombinieren, scheint hilfreich zu sein – zum Beispiel ein Blasen- und Beckenbodentraining zu machen sowie gleichzeitig den Koffeinkonsum zu reduzieren. Weil verhaltenstherapeutische Strategien, Trainingsmaßnahmen und Medikamente für sich allein genommen erfolgreich sind, könnte man meinen, dass die Kombination zweier Ansätze doppelt so erfolgreich ist. Aber die bisher durchgeführten Studien haben nicht gezeigt, dass dies so ist.

Obwohl der Nutzen einer Kombination von Medikamenten, Trainings- und verhaltenstherapeutischen Maßnahmen objektiv nicht groß ist, empfanden viele Frauen diesen Effekt schon als Verbesserung ihrer Lebensqualität. Auch nur eine Maßnahme anzuwenden, kann bereits einen positiven Effekt haben – die Wirkung ist dann aber möglicherweise kleiner. Die Forscherinnen und Forscher fanden keine Studien zu anderen Möglichkeiten wie beispielsweise einer alleinigen Steuerung des Trinkverhaltens oder dem Erlernen psychologischer Strategien im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie.

 

Kaum Studien zu alternativmedizinischen Behandlungen

Zu alternativmedizinischen (komplementären) Behandlungen der überaktiven Blase gibt es kaum Studien. Zwar wurden Akupunktur und Fußzonenmassage untersucht. Die Studien waren aber zu klein, um sagen zu können, ob diese Behandlungen bei einer überaktiven Blase helfen.

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Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), erstellt am 10.11.11

Quelle: www.gesundheitsinformation.de ((IQWiG)

 
 
 

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