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Mann mit Kopfschmerzen

Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS): Was kann die Symptome bei Erwachsenen und Kindern lindern?

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Kognitive Verhaltenstherapie und eine Behandlung mit stufenweise gesteigerter Aktivität können Menschen mit chronischem Müdigkeitssyndrom helfen. Medikamente haben jedoch bisher mehr unerwünschte Wirkungen als Nutzen gezeigt.

In den vergangenen Jahren sind neue Behandlungsverfahren für CFS hinzugekommen. Es gibt mittlerweile auch mehr Forschung zu der Frage, welche Verfahren helfen. Manche Therapien zielen vor allem auf den Umgang mit den Beschwerden ab, andere mehr auf die Symptome oder Probleme, die mit einem CFS einhergehen können - wie zum Beispiel Depressionen, Ängste oder allgemeine körperliche Schwäche.

 

Wissenschaftler des "Centre for Reviews and Dissemination" an der York University in England erhielten vom NICE ("National Institute für Health and Clinical Excellence") den Auftrag, nach Studien zu suchen, die geprüft haben, ob und welche Behandlungsverfahren Erwachsenen oder Kindern mit CFS helfen können. Sie fanden 70 Studien, in denen unterschiedliche Behandlungsverfahren an insgesamt über 4.700 Menschen mit CFS getestet wurden.

 

In den meisten Studien zu einzelnen Behandlungsverfahren war allerdings die Zahl der untersuchten Teilnehmer zu niedrig, um sicher beurteilen zu können, ob die Behandlungen tatsächlich helfen. Das gilt besonders für Menschen mit sehr schwerwiegendem CFS.

 

Nutzen der "Graded Exercise Therapy"

Die Studien zeigten, dass die "Graded Exercise Therapy" (auf Deutsch etwa: "Therapie durch stufenweise gesteigerte Aktivität") die Symptome des chronischen Müdigkeitssyndroms stärker lindern konnte als andere Programme wie Entspannungs- oder Beweglichkeitstraining, mit denen sie verglichen worden war. Sie half auch mehr als eine "Behandlung" mit einfachen Ratschlägen, wie Menschen mit CFS mit ihren Beschwerden besser umgehen könnten.

Das Prinzip der "Graded Exercise Therapy" ist es, auf einem Aktivitätslevel zu beginnen, der speziell auf eine Person abgestimmt ist. Kommt sie mit ihrem persönlichen Anfangslevel gut zurecht, ohne dass ihre Beschwerden zunehmen, wird die Intensität der Aktivität ein wenig gesteigert. Auf diese Weise soll das Schwanken zwischen Überlastung und Rückfall ("boom and bust pattern") vermieden werden, dem Menschen mit CFS oft ausgesetzt sind. Es kann zu einem Teufelskreis führen, wenn immer geringere Aktivitäten immer stärkere Müdigkeit auslösen und die Menschen noch mehr Ruhephasen benötigen.

Längere Ruhephasen scheinen keine geeignete CFS-Therapie zu sein. Im Allgemeinen ist es für eine Besserung offenbar entscheidend, dass die Menschen versuchen, wieder aktiver zu werden. Allerdings könnte zu großer Ehrgeiz möglicherweise schaden.

 

Nutzen der kognitiven Verhaltenstherapie

Kognitive Verhaltenstherapien (KVT) werden bei vielen chronischen Krankheiten eingesetzt mit dem Ziel, Menschen zu vermitteln, wie sie anders mit ihren Beschwerden umgehen können. Sie können zum Beispiel bei rheumatoider Arthritis helfen. Mithilfe einer kognitiven Verhaltenstherapie können Menschen lernen, ihre gedanklichen Muster und ihr Verhalten zu ändern.

 

So können zum Beispiel Vorstellungen wie "Ich bin immer so erschöpft, dass ich nie wieder arbeiten kann" alles noch schlimmer machen und den Versuch, wieder aktiver zu werden, verhindern. Eine KVT könnte helfen, solche Gedanken abzuschwächen oder aufzugeben.

Die kognitive Verhaltenstherapie ist das Behandlungsverfahren, dessen Wirkung durch die Forschungsergebnisse am stärksten gestützt wird. Bei einer KVT zur Behandlung des chronischen Müdigkeitssyndroms finden ein- oder zweimal in der Woche Sitzungen mit einer ausgebildeten Therapeuten statt. Das Ziel der Behandlung ist es, den Menschen dabei zu helfen, mit ihren Beschwerden besser zurechtzukommen.

Die Studien zeigten, dass die kognitive Verhaltenstherapie den Menschen normalerweise helfen konnte, trotz ihrer Müdigkeit aktiver zu werden. Die Behandlung schloss manchmal auch eine Entspannungstherapie ein, ebenso eine Ergotherapie Glossar-Symbol, die die Teilnehmer anleiten sollte, ihre täglichen Aktivitäten besser zu bewältigen. Was in den Studien "kognitive Verhaltenstherapie" genannt wird, ist also in der Praxis oft eine Mischung aus verschiedenen Wegen, mit dem CFS und seinen Symptomen umzugehen. Ein Teil der Therapie unterstützte außerdem dabei, mehr Aktivität zu entfalten. Damit konnte mehr Bewegung gemeint sein, aber auch andere Tätigkeiten, wie zum Beispiel jeden Tag zu einer festgesetzten Zeit zu lesen.

In den Studien gab es keine Berichte über Nachteile durch die KVT. Alle Erwachsenen, Jugendlichen und Kinder schienen mit diesen Therapieprogrammen eine allgemeine Verbesserung ihrer Beschwerden zu erreichen. Jugendliche mit CFS konnten häufiger zur Schule gehen, wenn sie eine kognitive Verhaltenstherapie bei jemandem erhielten, der Erfahrung darin hatte, Menschen mit CFS zu helfen. Die Wissenschaftler folgerten dennoch, es sei noch zu früh, um genau sagen zu können, welches Behandlungsprogramm am wahrscheinlichsten hilft oder welche Qualifikationen und Fortbildungen die Therapeuten benötigen.

 

Andere Verfahren wie Medikamente und komplementäre Therapien

Um CFS zu behandeln, sind schon viele Methoden ausprobiert worden:

  • Ernährungsumstellung
  • Änderung der Schlafgewohnheiten
  • Komplementärmedizinische Verfahren wie Akupunktur, die Einnahme von Vitaminen, pflanzlichen oder homöopathischen Mitteln
  • Verschiedene Medikamente


Alle die Medikamente, die bislang bei CFS ausprobiert werden, können unerwünschte Wirkungen haben. Für kein Medikament ist ein Nutzen belegt. Welche Behandlungsverfahren Menschen mit CFS helfen könnten, wird weiter erforscht. Mehr Forschungsergebnisse sollten es ermöglichen, herauszufinden, welche Therapien und Kombinationen von Behandlungsverfahren am besten geeignet sind, um die Symptome des Syndroms zu verringern.

Autor: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), erstellt am 20.05.11; zuletzt aktualisiert am 15.05.12

Quelle: www.gesundheitsinformation.de ((IQWiG)

 
 
 

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