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Pressemitteilungen 2012

Bildquelle: Olaf von Lieres

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Norovirus-Fälle in fünf Jahren fast vervierfacht

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Hannover, 21. Februar 2012

 

Während im Jahr 2006 in Niedersachsen rund 2.350 Norovirus-Fälle gezählt wurden, waren es im letzten Jahr fast 9.000. Dies entspricht fast einer Vervierfachung (380 Prozent) in fünf Jahren. Das teilte heute die Techniker Krankenkasse (TK) in Hannover mit und beruft sich dabei auf Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) für meldepflichtige Infektionskrankheiten. Auch bundesweit hat der Magen-Darm-Keim zugelegt: 2006 zählte das RKI noch rund 28.000 Fälle, 2011 rund 116.000.

 

Teilweise liegt dieser Anstieg an der erhöhten Aufmerksamkeit und besseren Fall-Dokumentation, so die TK. Andererseits deuten Anstiegsraten im restlichen Europa und in Nordamerika darauf hin, dass es in den letzten Jahren tatsächlich immer häufiger zu Noroviruserkrankungen kommt. Zumal davon ausgegangen werden muss, dass die Dunkelziffer der Norovirus-Fälle sehr hoch ist - denn nicht alle betroffenen Menschen gehen zum Arzt. "Meist tritt eine Häufung der Fälle in den Wintermonaten auf. Im Januar dieses Jahres wurden bereits wieder 1.239 Fälle in Niedersachsen (bundesweit 11.851) gezählt", so Frank Seiffert, Sprecher der TK in Niedersachsen.

 

Noroviren gelten heute neben Rotaviren als die häufigsten Verursacher von viralen Gastroenteritiden, wie zum Beispiel Brechdurchfall. Die akute Phase der Norovirus-Erkrankung ist meist nach wenigen Tagen überstanden, jedoch verbleibt der Erreger noch rund acht Tage nach der Genesung im Organismus und kann so an andere weitergegeben werden. "Aus diesem Grund kann eine Norovirus-Erkrankung gleich alle Personen in einem Haushalt treffen", so Seiffert.

 

Noroviren sind extrem ansteckend. Schon kleinste Viruspartikel reichen aus, um sich zu infizieren. Hinzu kommt, dass Umwelteinflüsse kaum Auswirkungen auf die Erreger haben. Temperaturschwankungen von minus 20 bis plus 60 Grad Celsius machen ihnen nichts aus und sie überleben bis zu zwölf Stunden auf Flächen und Gegenständen. Auf Lebensmitteln sogar erheblich länger.

 

Ebenfalls ungünstig: Der Norovirus besitzt eine hohe Variabilität, das heißt es existieren sehr viele Unterarten des Virus. Aus diesem Grund gibt es weder einen Impfstoff, noch ist es dem Immunsystem möglich, sich langfristig auf den Erreger einzustellen. Wer einmal eine durch Noroviren hervorgerufene Magen-Darm-Erkrankung überstanden hat, kann jederzeit wieder von einer anderen Art des Virus betroffen sein.

 

Der einzige wirksame Schutz gegen den aggressiven Erreger ist die Einhaltung elementarer Hygieneregeln. Die TK rät daher mehrmals am Tag die Hände gründlich mit Seife zu waschen und auf ausreichende Toiletten- und Küchenhygiene zu achten. Insbesondere wenn bereits eine Person im eigenen Haushalt erkrankt ist, sollte man auch beim Zubereiten von Speisen eine alte Reiseregel anwenden: "Cook it, peel it, or leave it" - Koch es, schäl es, oder lass es liegen. Neben demjenigen, der sich um den Erkrankten kümmert, sollten andere den Kontakt meiden.

 

Für Norovirus-Geplagte selbst heißt es: Zuhause bleiben, Bett hüten und trinken, trinken und nochmal trinken. Durch den Brechdurchfall tritt ein erheblicher Flüssigkeitsverlust (Dehydration) auf, was Schwankungen im Elektrolythaushalt auslösen kann. Um den geschwächten Elektrolythaushalt wieder zu stärken, empfiehlt sich auch die gute alte Hühnerbrühe oder eine klare Gemüsesuppe. Bei schweren Krankheitsverläufen sollte jedoch frühzeitig ein Arzt konsultiert werden - dies gilt insbesondere für Kleinkinder und ältere Menschen.

 

Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Frank Seiffert

Telefon 05 11 - 30 18 53-40

Fax 05 11 - 30 18 53-30

E-Mail frank.seiffert@tk.de Datei-Symbol

Autor: TK-Landesvertretung Niedersachsen, erstellt am 2/21/12

 
 
 

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