Stufenweise Wiedereingliederung

Sie waren länger krank und möchten schrittweise zurück in Ihren Beruf oder Ihre Selbstständigkeit? Dies ist durch eine stufenweise Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess möglich.

Dabei stimmen Sie sich eng mit Ihrem Arzt, Ihrem Arbeitgeber und der TK ab, um sich schrittweise wieder an Ihre volle Arbeitsleistung zu gewöhnen.

 

Wie belastbar Sie sind, stellt Ihr Arzt fest. Aufgrund dieser aktuellen Belastungsfähigkeit arbeiten Sie bei dem sanften Einstieg in Ihre Berufstätigkeit zunächst weniger Stunden pro Woche als bisher. Auch Ihre Aufgaben können dabei geringer und leichter sein. So nehmen Sie allmählich Ihre Berufstätigkeit wieder bis zum ursprünglichen Umfang auf. Das soll Ihnen helfen,

  • Ihre berufliche Belastbarkeit kennenzulernen,
  • wenn nötig, Ihre Selbstsicherheit wiederzugewinnen und
  • eventuelle Ängste vor Überforderung und einem Krankheitsrückfall abzubauen.

     

Dauer

In der Regel dauert eine stufenweise Wiedereingliederung zwischen vier und acht Wochen. Wenn medizinische Gründe vorliegen, kann sie auch länger dauern.

 

Der Wiedereingliederungsplan

Sind Sie mit einer Wiedereingliederung einverstanden, erstellt Ihr behandelnder Arzt zunächst einen Wiedereingliederungsplan. Darin legt er fest, wie Ihre Arbeitszeit schrittweise bis zum ursprünglichen Umfang angehoben werden soll, damit Sie wieder voll am bisherigen Arbeitsplatz arbeiten können. Der Plan enthält Angaben zu

  • der Abfolge und Dauer der einzelnen Stufen,
  • den Tätigkeiten und Belastungen, die vermieden werden sollen, und
  • den notwendigen Bedingungen am Arbeitsplatz, die zu berücksichtigen sind.

Anschließend müssen Sie und gegebenenfalls auch Ihr Arbeitgeber dem Wiedereingliederungsplan zustimmen. Danach leiten Sie den Plan an die TK weiter. Wenn Sie selbstständig tätig sind, bespricht die TK mit Ihnen das weitere Vorgehen. Anschließend beginnen Sie mit Ihrer Wiedereingliederung.

 

So unterstützt Sie Ihr Arzt

Ihr Arzt überprüft, wie Ihre stufenweise Wiedereingliederung verläuft. Wenn erforderlich, passt er den Behandlungsplan an Ihre individuelle gesundheitliche Situation an.

 

Ihr Krankengeld während der Wiedereingliederung

Während der schrittweisen Wiederaufnahme der Arbeit sind Sie weiterhin arbeitsunfähig krank. Daher bleibt Ihr Krankengeldanspruch erhalten.

 

Erhalten Sie von Ihrem Arbeitgeber in dieser Zeit ein Gehalt für Ihre Arbeit, verringert sich das Krankengeld entsprechend. Insgesamt erhalten Sie in dieser Zeit so viel Krankengeld, dass es zusammen mit dem aktuellen Gehalt nicht mehr ist als Ihr vorheriges Nettoarbeitsentgelt.

 

Wenn Sie als Selbstständiger eine Wiedereingliederung durchführen, erhalten Sie ebenfalls weiter Krankengeld. Es wird anteilig für die Stunden gekürzt, in denen Sie gearbeitet haben.

 

Während Ihrer stufenweisen Wiedereingliederung bleibt Ihr Schutz in der gesetzlichen Renten-, Pflege-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung erhalten.

 

Wiedereingliederung nach einer Rehabilitation

Eine stufenweise Wiedereingliederung können Sie auch nach einer ambulanten oder stationären Rehabilitation durchführen, die Ihnen Ihre Rentenversicherung bewilligt hat.

 

Sprechen Sie über die Möglichkeiten und Modalitäten einer schrittweisen Eingliederung mit Ihrem Arzt in der Rehabilitationseinrichtung bereits, während Sie dort sind. Er erstellt auch den Wiedereingliederungsplan für Sie.

 

Übergangsgeld vom Rentenversicherungsträger

Während Ihrer Wiedereingliederung nach einer Rehabilitation zahlt Ihnen der Rentenversicherungsträger das Übergangsgeld, wenn hierfür die Voraussetzungen vorliegen. Daher erhalten Sie in dieser Zeit kein Krankengeld. Informationen zum Übergangsgeld erhalten Sie bei Ihrer Rentenversicherung.