Pflegestufen

Die meisten Leistungen der Pflegeversicherung hängen von der Pflegestufe des Pflegebedürftigen ab. Die Pflegestufe wird ihnen von der TK-Pflegeversicherung zugeordnet. Sie lässt sich dabei durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) beraten.

 

Die Leistungen der Pflegeversicherung sind - wenn sie nicht als Pauschale gezahlt werden - in ihrer Höhe gestaffelt. Welche Krankheit oder Behinderung die betroffenen Menschen haben, ist dabei nicht von Belang. Die Unterstützung orientiert sich vielmehr am individuellen Pflegebedarf oder dem Umfang der notwendigen Betreuung. Der Pflegebedarf wird an der konkret notwendigen Hilfe und dem damit verbundenen zeitlichen Umfang für die Pflege festgemacht.

 

Um Ihnen optimal helfen zu können, lässt die TK-Pflegeversicherung darum Ihren individuellen Pflegebedarf durch Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) ermitteln. Das Gutachten ist Grundlage für Ihre gesetzlich vorgeschriebene Zuordnung zu einer der Pflegestufen.

 

Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung

In welche Pflegestufe Sie eingestuft werden, ist vor allem davon abhängig, wie viel Hilfe Sie dabei benötigen, sich zu bewegen, zu essen und zu trinken und Ihren Körper zu pflegen. Man spricht von der sogenannten Grundpflege. Auch die nötige Hilfe im Haushalt - die sogenannte hauswirtschaftliche Versorgung - wird bei der Einstufung berücksichtigt. Sie steht jedoch nicht im Vordergrund.

 

Menschen, die psychisch erkrankt oder geistig behindert sind, müssen oft angeleitet und beaufsichtigt werden. Das kann zu Mehraufwand bei der Hilfe führen. Entsteht zum Beispiel ein höherer Aufwand, weil sich ein demenzkranker Mensch erst nach einem beruhigenden Gespräch waschen lässt, berücksichtigt der Gutachter diesen höheren Aufwand bei der Ermittlung des gesamten Hilfebedarfs.

 

Pflegestufe 0

Die Pflegestufe 0 ist genau genommen gar keine "richtige" Pflegestufe, sondern eher eine „Vorstufe “. Menschen, die zum Beispiel wegen einer Demenz oder einer seelisch-geistigen Störung im Alltag nicht mehr zurechtkommen, müssen oft laufend beaufsichtigt oder betreut werden. Viele von ihnen können aber recht gut allein essen, sich bewegen oder Körperpflege betreiben. Diese Menschen gelten deshalb laut Pflegegesetz nicht als pflegebedürftig. Dennoch erhalten sie Leistungen der TK-Pflegeversicherung. Man spricht von der Pflegestufe 0. Mehr dazu finden Sie in unseren Artikeln über die Leistungen bei Demenz.

 

Pflegestufe 1 - erheblich pflegebedürftig

In die Pflegestufe 1 fallen Menschen, die mindestens einmal pro Tag Hilfe bei mindestens zwei Tätigkeiten aus den drei Bereichen der Grundpflege benötigen, also beim Essen und Trinken, beim Sich-Bewegen oder bei der Körperpflege. Zusätzlich müssen sie mehrmals pro Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung brauchen.

 

Insgesamt muss der durchschnittliche tägliche Zeitaufwand für die notwendige Pflege mindestens 90 Minuten betragen, davon müssen mehr als 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen.

 

Pflegestufe 2 - schwerpflegebedürftig

Zur Pflegestufe 2 zählen Menschen, die mindestens dreimal täglich zu unterschiedlichen Tageszeiten Hilfe brauchen, und zwar in in den drei Bereichen der Grundpflege, also beim Essen und Trinken, beim Sich-Bewegen oder bei der Körperpflege. Zusätzlich müssen sie mehrmals in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

 

Die Pflege muss pro Tag im Durchschnitt mindestens drei Stunden nötig sein, davon müssen mindestens zwei Stunden auf die Grundpflege entfallen.

 

Pflegestufe 3 - schwerstpflegebedürftig

Dieser Stufe werden Menschen zugeordnet, die in den Bereichen der Grundpflege rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und die darüber hinaus mehrfach in der Woche Unterstützung bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.

 

Der durchschnittliche tägliche Zeitaufwand für die notwendige Pflege muss insgesamt mindestens fünf  Stunden betragen, davon müssen mindestens vier Stunden auf die Grundpflege entfallen.

 

Härtefälle

Reicht die mit der Pflegestufe 3 verbundene Unterstützung nicht  aus, gibt es eine Härtefallregelung. Dafür muss die Hilfe in der Grundpflege täglich durchschnittlich mindestens sechs Stunden nötig sein, davon mindestens dreimal in der Nacht.

 

Ein Härtefall liegt auch dann vor, wenn die Hilfe in der Grundpflege tags und nachts nur von mehreren Pflegekräften gemeinsam und zeitgleich geleistet werden kann. Eine der Pflegekräfte muss eine professionelle Pflegekraft sein.

 

In beiden Fällen muss der Pflegebedürftige außerdem ständige Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung brauchen.