Der Zahnersatz sitzt nicht

Sind Sie mit Ihrem Zahnersatz nicht zufrieden, kann die TK Sie per Gutachten unterstützen. Vorher muss der Zahnarzt von der Beanstandung wissen und die Möglichkeit erhalten, nachzubessern.

Trotz moderner Behandlungsmethoden ist Zahnersatz nicht mit den eigenen Zähnen zu vergleichen. Oft braucht es Geduld, sich an die "Neuen" zu gewöhnen. Es kommt vor, dass der neue Zahnersatz nicht auf Anhieb passt oder in der ersten Zeit noch Probleme bereitet.

 

Der Zahnarzt muss nachbessern

In so einem Fall müssen Sie dem Zahnarzt Gelegenheit geben, den Zahnersatz nachzubessern - gegebenenfalls auch mehrfach. Das ist für Sie kostenfrei. Denn laut Gesetz muss der Zahnarzt zwei Jahre lang gewährleisten, dass der Zahnersatz funktionstüchtig ist. Er hat deshalb das Recht, aber auch die Pflicht, den Zahnersatz nachzubessern oder neu anzufertigen.

 

Die TK unterstützt Sie per Gutachten

Passt der Zahnersatz trotz Nachbesserung nicht, kann die TK ein Gutachten veranlassen. Der Gutachter bewertet, ob der Zahnersatz funktionstüchtig ist. Dazu spricht er unter Umständen auch mit dem Zahnarzt.

 

Die Möglichkeit für ein solches Gutachten können Sie nutzen, wenn Ihr Zahnarzt Sie im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung behandelt hat, also über Ihre TK-Gesundheitskarte. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre TK-Geschäftsstelle.

 

Sobald das Ergebnis des Gutachters vorliegt, müssten Sie sich mit Ihrem Zahnarzt in Verbindung setzen und ihm ermöglichen, Ihren Zahnersatz im Sinne des Gutachtens kostenfrei nachzubessern - oder, wenn nötig, auch neu anzufertigen.

 

Hier müssen Sie selbst aktiv werden

Das Gutachterverfahren über die TK ist in einigen Fällen aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Nämlich dann,

  • wenn Ihr Zahnersatz im Ausland angefertigt und in Ihren Mund eingesetzt wurde, oder
  • wenn Sie sich nicht über Ihre Gesundheitskarte behandeln lassen, sondern generell die Kostenerstattung gewählt haben und Ihr Zahnarzt Sie daher privat behandelt hat.

In beiden Fällen müssen Sie Ihre rechtlichen Ansprüche selbst geltend machen, im Ausland direkt am Sitz des ausländischen Zahnarztes. In Deutschland können Sie sich an die zuständige Schlichtungsstelle der Zahnärztekammer wenden oder ein zivilrechtliches Verfahren einleiten, um die Beweise zu sichern.

 

Den Zahnarzt wechseln?

Auch wenn Sie mit Ihrem Zahnersatz und den Leistungen Ihres Zahnarztes nicht zufrieden sind, raten wir davon ab, zu schnell den Zahnarzt zu wechseln. Denn das kann für Sie mit hohen Kosten verbunden sein. Zum Beispiel, wenn Sie Ihren Eigenanteil beim neuen Zahnarzt ein weiteres Mal zahlen müssen.

 

Ist Ihr Vertrauen zu Ihrem Zahnarzt so sehr gestört, dass Sie sich dort nicht weiter behandeln lassen möchten, teilen Sie uns das bitte unbedingt mit, bevor Sie den Zahnarzt wechseln.

 

Bewahren Sie den Zahnersatz auf

Den beanstandeten Zahnersatz sollten Sie nicht vernichten, sondern aufbewahren, und zwar bis zum Ende eines möglichen zivilrechtlichen Verfahrens. Denn der Zahnarzt kann seine Arbeit auch zurückfordern.

  

Zuschuss nach einem Zahnarztwechsel

Haben Sie sich für einen Zahnarztwechsel entschieden und stellt der neue Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan auf, prüft die TK die neue Kostenaufstellung und entscheidet, ob sie für den erforderlichen Zahnersatz erneut einen Festzuschuss zahlen kann.

 

Wurde der Zahnersatz

  • im Ausland hergestellt und in Ihren Mund eingegliedert,
  • als andersartiger Zahnersatz - also außerhalb der Regelversorgung - oder
  • im Rahmen der gewählten Kostenerstattung auf privater Basis gefertigt,

darf die TK dafür erst nach drei Jahren wieder einen Festzuschuss zahlen.

 

Schadenersatz

Um Schadenersatz von Ihrem Zahnarzt zu fordern, können Sie ein Schlichtungsverfahren über die örtliche Zahnärztekammer am Sitz des Zahnarztes einleiten - oder ein zivilrechtliches Verfahren. Von der TK erhalten Sie dafür auf Wunsch eine Kopie des Gutachtens.

 

Wichtig zu wissen: Ihre privatrechtlichen Ansprüche gegen den Zahnarzt verjähren nach drei Jahren. Innerhalb dieser Frist müssen Sie also Ihre Ansprüche geltend machen.

 

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