Organe spenden können nur Verstorbene, deren Gehirn vor den anderen Organen versagt hat. Diesen Tod nennt man Hirntod. Damit die Organspende möglich ist, muss zudem der Kreislauf des Toten auf der Intensivstation künstlich aufrechterhalten werden.
Zum Hirntod kommt es, wenn das Gehirn nicht mehr durchblutet wird. Im Krankenhaus trifft das nur auf ein bis zwei Prozent der Sterbefälle zu. Ursache sind oft Hirnblutungen, ein Unfall, geplatzte oder verstopfte Blutgefäße im Gehirn. Sie lassen das Hirngewebe so stark anschwellen lassen, dass es sich selbst die Blutzufuhr abdrückt.
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Medizin & Gesundheit
Schon nach wenigen Sekunden führt Sauerstoffmangel im Gehirn zur Bewusstlosigkeit. Nach wenigen Minuten ist es unwiderruflich geschädigt. Nach etwa zehn Minuten ohne Sauerstoff stirbt das Gehirn endgültig. Damit erlischt auch die Fähigkeit, selbst zu atmen. Das Gehirn, das zentral Körper und Geist des Menschen steuert, ist tot. Mit ihm stirbt der Mensch.
Bis zu einer Entscheidung über die Organspende versuchen die Ärzte und Pflegekräfte auf der Intensivstation, den Kreislauf des Verstorbenen mit künstlicher Beatmung und anderen Maßnahmen aufrecht zu erhalten.
Der Tote sieht nicht tot aus
Für die Angehörigen, aber auch für die Ärzte und das Pflegepersonal ist das eine schwierige Zeit. Denn der Tote sieht nicht tot aus: Durch die künstliche Beatmung und die intensivmedizinischen Maßnahmen funktioniert der Kreislauf noch. Der Tote ist durchblutet, sein Herz schlägt, seine Haut ist rosig, und durch das Beatmungsgerät hebt und senkt sich seine Brust, als atme er noch. Würde das Beatmungsgerät jedoch abgeschaltet, stünden unausweichlich auch Herz und Blutkreislauf still. Bald würden die äußeren Todeszeichen eintreten Totenstarre und Leichenflecken. Eine Organspende wäre dann nicht mehr möglich.
Hat der Verstorbene nicht selbst über eine Organspende entschieden, müssen seine Angehörigen jetzt die Entscheidung treffen - und das in einer emotional sehr schwierigen Situation. Entscheiden sie sich für eine Organspende, setzen die Ärzte die künstliche Beatmung und die intensivmedizinischen Maßnahmen bis zu der Operation zur Entnahme der Organe fort. Entscheiden sie sich gegen die Organspende, wird das Beatmungsgerät abgeschaltet. In beiden Fällen ist der Tod jedoch schon vorher eingetreten - mit dem Hirntod.
- Seite 1: Der Hirntod
- Seite 2: Hirntoddiagnostik
Autor: Anne Frobeen, erstellt am 12.11.09; zuletzt aktualisiert am 15.05.12
Quelle: TK-Broschüre "Entscheidung fürs Leben - Organspender und ihre Angehörigen", 2009

