DIPS - Der Diabetes-PräventionS-Check

Erstellung, Angebot und Evaluation einer evidenzbasierten Patienteninformation zu Blutzuckertest und Primärprävention des Typ 2-Diabetes

 

Projektleitung: PD Dr. Dr. Andrea Icks (DDZ), Hardy Müller (WINEG)

 

Hintergrund

Der Diabetes mellitus Typ 2 ist eine Erkrankung von großer Public Health-Relevanz. Diabetesvorstufen (definiert als gestörter Nüchternzucker, impaired fasting glucose, IFG, und gestörte Glukosebelastung, impaired glucose tolerance, IGT; auch als „Prädiabetes“ bezeichnet) wurden in Deutschland in der älteren Bevölkerung in einer Häufigkeit von bis zu 25% gefunden. Bereits Diabetesvorstufen sind mit erhöhter Morbidität und Mortalität assoziiert. Das Risiko, bei Vorliegen von IFG oder IGT einen manifesten Diabetes zu entwickeln, ist hoch. In randomisiert-kontrollierten Studien zur Primärprävention des Diabetes wurde im Untersuchungszeitraum bei Personen mit gestörter Glukosetoleranz durch Lebensstil-Interventionen das Risiko, einen manifesten Diabetes zu entwickeln, um bis zu 50% reduziert. Die Reduktion der mittleren Blutzuckerwerte in den Interventions- gegenüber den Kontrollgruppen lag zwischen 5 und 10 mg/dl für die Nüchternwerte, und bei rund 10 mg/dl für die Werte 2 Stunden nach Glukosebelastung.

 

Evidenzbasierte Patienteninformationen (EBPI) oder Entscheidungshilfen (decision aids, DA) werden in den letzten Jahren zunehmend diskutiert. Bereits 2002 wurden in England Leitlinien zur „Good Practice in Decision Making“ publiziert. Auch in Deutschland ist das Thema im Sinne der Patientenorientierung im Gesundheitswesen von zunehmender Relevanz. Kriterien zur Erstellung und zu Inhalt und Aufbau wurden auch für den nationalen Raum publiziert, es gibt bisher jedoch nur wenige Kenntnisse über ihre Auswirkungen. Evidenzbasierte Patienteninformationen oder Entscheidungshilfen zur Primärprävention des Typ 2-Diabetes fehlen national wie international.

 

Fragestellung und Projektziel

Ziel des Vorhabens ist die online-basierte Evaluation des Einflusses einer im Rahmen des Projekts erarbeiteten evidenzbasierten Patienteninformation (EBPI) im Vergleich zu einer Standardinformation zu "Prädiabetes" und Primärprävention des Typ 2-Diabetes.

Evaluiert werden:

  • Wissen über „Prä-Diabetes“ und Diabetes, (Stoffwechsel-)Tests, Möglichkeiten der Primärprävention des Diabetes

  • Einstellung zu einer Stoffwechseluntersuchung

  • Intention, an einem Stoffwechseltest teilzunehmen

  • Entscheidungskonflikt (Teilnahme an Stoffwechseltest)

  • des weiteren Zufriedenheit mit der Information der NutzerInnnen nach evidenzbasierter Patienteninformation (EBPI) im Vergleich zu einer Standardinformation.

     

 

Förderung und Kooperationspartner

Das Projekt wird vom BMBF gefördert. Kooperationspartner ist das Deutsche Diabetes Zentrum (DDZ) in Düsseldorf.

 

Ergebnisse

Auf der 11. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks für evidenzbasierte Medizin (DNEbM) in Salzburg vom 25. bis 27. Februar 2010 wurden erste Ergebnisse der Studie (PDF, 181 KB, nicht barrierefrei) präsentiert.

Veröffentlichung:

Genz J, Haastert B, Müller H, Verheyen F, Cole D, Rathmann W, Nowotny B, Roden M, Giani G, Mielck A, Ohmann C, Icks A. Blood glucose testing and primary prevention of Type 2 diabetes-evaluation of the effect of evidence-based patient information: a randomized controlled trial. Diabet.Med. 29 (8):1011-1020, 2012. Abstract in Englisch.

 

Abschluss des Projekts: 2010

 

Downloads:

  • Studienprotokoll: Genz J, Haastert B, Meyer G, Steckelberg A, Müller H, Verheyen F, Cole D, Rathmann W, Nowotny B, Roden M, Giani G, Mielck A, Ohmann C, Icks A.. Study Protocol. Blood glucose testing and primary prevention of diabetes mellitus type 2 - evaluation of the effect of evidence based patient information. BMC Public Health 2010, Jan 14; 10:15, S. 1-6. Volltext

     

  • Präsentation (PDF, 181 KB, nicht barrierefrei) erster Ergebnisse auf der 11. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks für evidenzbasierte Medizin (DNEbM) in Salzburg vom 25. bis 27. Februar 2010.