Europabefragung 2012

Geplante grenzüberschreitende Versorgung in der EU - Ärzte und Zahnärzte aus Sicht der TK-Versicherten

Eine große Zufriedenheit mit den Ärzten und Zahnärzten und deren Behandlungen im EU-Ausland zeigen die Ergebnisse der jüngsten Befragung, veröffentlicht in der Schriftenreihe des WINEG.

WINEG Wissen 03 (PDF, 1,0 MB, nicht barrierefrei)

 

Projektleitung: Dr. rer. pol. Caroline Wagner

Projektunterstützung: Katharina Dobrick, Felix Moser, Andreas Hohn

 

Kooperationspartner und EU-Forschungsprogramm

  • "Grenzüberschreitende Behandlungspfade in verschiedenen EU-Staaten" und "Grenzüberschreitende Zahnbehandlungen" wurden gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin im Rahmen des EU Projektes "Evaluating Care Across Borders" des siebten EU-Forschungsrahmenprogrammes 2007 - 2013 und mit der "European Union Cross Border Care Collaboration" untersucht.
  • Im Hinblick auf die "Patientenmobilität der TK-Versicherten zwischen Deutschland und Polen" wurden die Befragungsdaten mit der Universität Greifswald im Rahmen eines Graduiertenkollegs, das die Universitäten Greifswald, Lund (Schweden) und Tartu (Estland) zur Grenzregion im Ostseeraum anbieten, ausgewertet.
  • "Die geplanten grenzüberschreitenden Zahnbehandlungen der TK-Versicherten in Ungarn" wurden mit der Universität Semmelweis in Budapest evaluiert.
  • "Die Erfahrungen der TK-Versicherten bezüglich elektronischer Datenübertragung und -speicherung, sowie deren Einstellungen zum Datenschutz bei geplanten grenzüberschreitenden Behandlungen" wurden mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) untersucht.

     

Europabefragungsreihe 2008 - 2012

Mit der kontinuierlichen Befragung derjenigen TK-Versicherten, die sich im EU-Ausland haben behandeln lassen, entwickelt die TK ihr Serviceangebot bestmöglich weiter: Dies umfasst besonders die Beratung zu Leistungen, Qualität und Kosten sowie Kooperationsverträge mit Krankenhäusern, Zahnkliniken und Kureinrichtungen. Gleichzeitig generiert das WINEG eine wertvolle Primärdatenreihe, die bisher zu diesem Thema fehlte.

 

Die Darstellung der Erfahrungen und Einstellungen der TK-Versicherten mit EU-Auslandsbehandlungen sind in den vergangenen Jahren auf zunehmendes Interesse aus Wissenschaft, Politik und Medien gestoßen. Die Europabefragungen liefern wichtige Ergebnisse zu neuen gesundheitspolitischen Entwicklungen wie zum Beispiel die aktuelle EU Richtlinie 2011/24/EU.

 

Die neue EU-Patientenrechte-Richtlinie

Die EU Richtlinie 2011/24/EU stärkt die Patientenrechte, um eine sicherere und vereinfachte Inanspruchnahme von geplanten EU-Auslandsbehandlungen zu gewährleisten. Die Richtlinie ist am 24. April 2011 in Kraft getreten und verpflichtet alle Mitgliedstaaten bis zum 25. Oktober 2013 zur Umsetzung in nationales Recht. Sie ermöglicht nun allen EU Bürgern die freie Arztwahl bei geplanten EU-Auslandsbehandlungen bei gleichzeitiger Kostenerstattung der Behandlungskosten.

 

Fragestellung

Die immer wiederkehrenden Basisfragen umfassten die Behandlungsanzahl, -arten und -länder sowie die persönlichen Gründe und die medizinische(n) Ursache(n) für die geplante EU-Auslandsbehandlung, die allgemeine Zufriedenheit, die Anzahl der notwendigen Nachbehandlungen sowie soziodemographische Merkmale. Auf diese Weise entstehen Vergleichswerte für eine Zeitreihe, um neue Trends und langfristige Entwicklungen der Nachfrage feststellen zu können.

 

Ein variabler Teil des Fragebogens untersucht jedes Mal einen neuen Themenschwerpunkt.


Der neue Befragungsschwerpunkt von 2012 befasste sich detailliert mit der Zufriedenheit der TK-Versicherten

  • mit den Ärzten und ihrem Behandlungsergebnis unterschieden nach Allgemein-, Fach- sowie Zahnärzten und Kieferorthopäden und
  • mit den Einrichtungen, differenziert nach Krankenhaus, Arztpraxis und Kureinrichtung.

Methode

Der Fragebogen wurde auf Basis der Fragebögen von 2008 bis 2010 entwickelt, umfasst 40 Fragen und wurde rund 45.000 TK-Versicherten postalisch zugesendet. Es wurden nur TK-Versicherte ausgewählt, die sich im Jahr 2010 geplant und/oder ungeplant im EU-Ausland haben behandeln lassen Die Befragung erfolgte anonym. Die Rücklaufquote betrug 41% und ist damit deutlich höher als im Vorjahr. Nach Ausschluss der ungültigen Fragebögen entstand eine Grundgesamtheit von rund 17.500 Fragebögen. Hieraus wurden nur Fragebögen derjenigen TK-Versicherten selektiert, deren letzte EU-Auslandsbehandlung geplant war. Damit lag der Studie eine finale Stichprobe von rund 3.300 TK-Versicherten zugrunde.

 

Ergebnisse

Die Wahlfreiheit, für Versorgung auch gezielt in das EU-Ausland gehen zu können, gepaart mit einer hohen Zufriedenheit mit den Ärzten und ihrer Behandlungsqualität hat die Versorgungsstrukturen in Deutschland für einen Teil der TK-Versicherten ergänzt und erweitert. Die Ergebnisse zur Zufriedenheit und zu den persönlichen Beweggründen der TK-Versicherten, spiegeln die hohe Akzeptanz und die positive Wahrnehmung dieser Zusatzoption zur Versorgung in Deutschland wider. Der am häufigsten genannte Grund waren die positiven Erfahrungen mit vorherigen geplanten EU-Auslandsbehandlungen. Auch ließen sich mittlerweile TK-Versicherte mehr als einmal im Jahr geplant behandeln. Beides sind erste Hinweise auf eine sich neu abzeichnende Behandlungskontinuität.

 

Die Studienergebnisse sind auf Deutsch in der Schriftenreihe WINEG Wissen (PDF, 1,0 MB, nicht barrierefrei) publiziert und erscheinen ebendort voraussichtlich im April 2013 auch auf Englisch. Es folgen Publikationen in Fachzeitschriften.

 

 

Publikationen

 

 

 

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