Ein Blutverlust von bis zu 500 Milliliter während der Geburt ist normal. Einige Situationen können jedoch zu einem durchaus bedrohlichen Blutverlust während der Geburt führen.
Die wichtigsten Ursachen hierfür sind:
- Vorne liegender Mutterkuchen (Placenta praevia)
- Zu frühes Ablösen des Mutterkuchens (vorzeitige Plazentalösung)
- Anormale Nabelschnurmündung
Schlaffheit der Gebärmutter (Uterusatonie)
Placenta praevia
Die Placenta praevia kommt bei etwa 0,4 Prozent der Schwangerschaften vor, gehäuft bei Mehrlingsschwangerschaften und bei schnell aufeinander folgenden Schwangerschaften. Dabei wird der Muttermund durch die Plazenta vollständig oder teilweise verschlossen.
In der Frühschwangerschaft kann dies durchaus normal sein. Später aber kann eine Geburt auf normalem Wege dadurch unmöglich werden. Wird die Placenta praevia bereits während der Schwangerschaft erkannt, wird die Frau in den meisten Fällen mit einem Kaiserschnitt entbunden. Die Placenta praevia macht sich meist schon einige Wochen vor dem errechneten Geburtstermin durch schmerzlose Blutungen ohne ersichtliche Ursache bemerkbar.
Blutungen aus einer Plazenta praevia können lebensbedrohlich sein. Bei bekannter Plazenta praevia kann es notwendig sein, die Schwangere bereits ein bis zwei Wochen vor dem Geburtstermin in die Klinik aufzunehmen und Blutkonserven bereitzuhalten.
Autor: Datapharm, erstellt am 01.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 10.08.11
Quelle: TK-Ärztezentrum