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Grundsätzlich gilt, dass bei Einnahme eines Medikamentes in der Schwangerschaft durch die enge Verknüpfung des mütterlichen und kindlichen Kreislaufs auch immer das Ungeborene mitbehandelt wird.

Arzneimittel sollten deshalb in der Schwangerschaft nur sehr zurückhaltend eingenommen werden. Dabei scheint nicht jede Entwicklungsphase gleich anfällig für mögliche Störungen zu sein.

 

Eine Medikamenteneinnahme kann während der verschiedenen Schwangerschaftsstadien folgende Auswirkungen haben:

 

  • In den ersten beiden Wochen nach der Empfängnis (dritte und vierte SSW), also noch vor Bekanntwerden der Schwangerschaft, ist das Missbildungsrisiko nach bisherigem Wissensstand offenbar sehr gering. Entweder übersteht die Frucht unbeschadet oder erleidet so schwere Störungen, dass es zu einem Abort Glossar-Symbol (Abgang) kommt.
  • In der fünften bis zwölften Schwangerschaftswoche sind Medikamente besonders gefährlich. Hier können sie zu Fehlbildungen führen, da in dieser Zeit die wichtigsten Organe angelegt werden. Ab dem vierten Monat ist die Gefahr einer Fehlbildung zwar weitgehend vorüber, nach wie vor können aber Medikamente beispielsweise vorzeitige Wehen auslösen, das kindliche Wachstum hemmen oder die Durchblutung der Plazenta Glossar-Symbol drosseln.

 

Trotz aller Zurückhaltung gibt es dennoch einige gebräuchliche Medikamente, die mit großer Wahrscheinlichkeit auch während der Schwangerschaft eingenommen werden dürfen. Dazu gehören Paracetamol (Schmerz- und fiebersenkendes Mittel), Penicilline, Erythromycin und Cephalosporine (Antibiotika) sowie Prednison (Kortison).

 

Auch diese Mittel sollten Sie aber immer nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt verwenden. Für viele andere Präparate gilt: Arzneimittelhersteller schränken auf den Packungsbeilagen die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit aus Furcht vor Regressansprüchen sehr großzügig ein.

 

Verschreibt Ihr Arzt Ihnen ein Medikament, obwohl der Beipackzettel Schwangeren von einer Einnahme abrät, sollten Sie lieber noch einmal Rücksprache mit ihm halten. Im Zweifelsfall helfen auch Beratungsstellen für embryonale Toxikologie weiter.

 

Sollten Sie wegen einer chronischen Erkrankung wie Diabetes mellitus, Asthma bronchiale oder Epilepsie dauerhaft Medikamente einnehmen müssen, so ist dies nicht zwingend ein Hinderungsgrund für eine Schwangerschaft.

 

Sie sollten aber bei Kinderwunsch rechtzeitig mit Ihrem Arzt sprechen, damit dieser Sie gegebenenfalls auf ein geeignetes Präparat umstellen kann.

Autor: Datapharm, erstellt am 01.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 10.08.11

Quelle: TK-Ärztezentrum

 
 
 

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