Verstärkte Blutungen nach der Entbindung sind immer mit einem erheblichen Blutverlust - mehr als 500 Milliliter - für die Mutter verbunden.
Außer Gerinnungsstörungen sind die häufigsten Ursachen eine verzögerte, nicht vollständige oder gar nicht stattfindende Lösung des Mutterkuchens (Plazenta
) und die unzureichende Rückbildung der Gebärmutter unmittelbar nach Lösung des Mutterkuchens (aufgrund einer Atonie = Schlaffheit). Da sich ähnliche Probleme bei der nächsten Entbindung wiederholen können, sollten betroffene Frauen unbedingt in einer Klinik entbinden.
Risikofaktoren für Lösungsstörungen des Mutterkuchens sind
- Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, zum Beispiel nach Ausschabungen,
- Entzündungen (auch Wochenbettfieber),
- Ein besonders kleiner Mutterkuchen,
- Ein ungünstiger Sitz der Plazenta im Eileiterwinkel der Gebärmutter
Um sicher zu sein, dass sich die Plazenta wirklich vollständig gelöst hat, wird sie nach der Geburt von Arzt und Hebamme gründlich auf Vollständigkeit untersucht.
Verstärkte Blutungen aufgrund einer Atonie, eines mangelhaften Spannungszustands der Gebärmutter, treten besonders häufig auf
- Nach Frühgeburten,
- Bei Vielgebärenden,
- Bei rascher Geburtenfolge (Abstand kürzer als ein Jahr),
- Bei vorausgegangenem Kaiserschnitt,
- Nach vielen Fehlgeburten oder Schwangerschaftsabbrüchen
Um einer Atonie entgegenzuwirken, erhält jede Frau nach der Geburt eine Spritze mit einem Medikament, das die Rückbildung der Gebärmutter unmittelbar nach der Geburt unterstützt. Gefährdete Frauen erhalten zudem oft eine Infusion mit stärker wirkenden oder höher dosierten Medikamenten.
erstellt am 21.04.06; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Julia Hofmann am 09.08.11