Jedes Familienmitglied braucht manchmal Zeit und seinen eigenen Raum, um für sich sein zu können. Geben Sie Ihren Kindern und sich selbst dazu Gelegenheit.
Nehmen Sie Ihr Kind mit seinen Problemen ernst und unterstützen Sie es bei deren Bewältigung. Nehmen Sie auch Ihre eigenen Probleme als Eltern oder Pädagogen ernst. Regen Sie Ihre Kinder dazu an, offen über ihre Probleme zu sprechen. So helfen Sie ihnen, den Druck loszuwerden, und können gemeinsam nach Lösungen suchen.
Gelegenheiten für Gespräche schaffen
Bei jüngeren Kindern ergeben sich Gelegenheiten für Gespräche meist von selbst. Zum Beispiel nach der Schule, vor dem Schlafengehen oder beim gemeinsamen Spielen.
Manchmal ist es sinnvoll, ganz gezielt eine Gelegenheit zum ruhigen Gespräch zu schaffen. Besonders bei älteren Kindern und Jugendlichen, die schon selbstständig und viel unterwegs. Ruhige Momente für intensive Gespräche können Sie zum Beispiel finden, wenn Sie mit Ihrem Kind verreisen, einen langen Spaziergang oder einen gemeinsamen Ausflug machen oder zusammen in ein Café gehen. Oder einfach beim Kekse backen, gemeinsamen Kochen oder Angeln.
Familienkonferenzen
Feste Gesprächszeiten für Familienthemen helfen, Konflikte gar nicht erst entstehen zu lassen. In solchen Familienkonferenzen können Sie Regeln einführen, die das Gespräch konstruktiv machen. Zum Beispiel: Zuhören, einander ausreden lassen, lieber von den eigenen Gefühlen sprechen als den anderen anschuldigen.
Konflikte lösen
Konflikte in der Familie entstehen oft, wenn nicht klar ist, für welche Aufgaben in der Familie Vater, Mutter und Kinder eigentlich zuständig sind. Handeln Sie die Aufgabenverteilung so aus, dass alle ihren Teil dazu beitragen können, auch die Kleinen.
Genau hinsehen
Beobachten Sie Ihr Kind, damit Sie Veränderungen im Verhalten frühzeitig bemerken. Notieren Sie, wenn nötig, Anlass und Häufigkeit von Beschwerden, damit ein Kinderarzt, Schulpsychologe oder ein psychologischer Psychotherapeut Rückschlüsse auf bestimmte Stresssituationen ziehen kann. Bei Jugendlichen sollten Sie dies, wenn möglich, gemeinsam mit Ihrem Kind tun.
Stabiler Tagesrhythmus
Für kleinere Kinder besonders wichtig: ein stabiler Tagesrhythmus mit regelmäßigen gesunden Mahlzeiten sowie festen Zeiten für Hausaufgaben und Schlaf. Kinder im Grundschulalter sollten nachts rund zehn Stunden schlafen.
Genügend Freiräume
Achten Sie bei kleineren Kindern darauf, dass Ihr Kind genügend Freizeit zum Spielen, Herumtoben und Ausruhen hat. Körperliche und/oder sportliche Betätigungen sind wichtig. Achten Sie aber auch darauf, dass kein Freizeitstress aufkommt. Sport und sonstige Aktivitäten sollten ohne Zeitdruck im Tagesablauf eingebaut und Leistungsdruck bei Wettkämpfen in Maßen gehalten werden. Stubenhocken und langes Fernsehen tragen weniger zur Entspannung bei, sondern können im Gegenteil zusätzlich Stress produzieren und die Persönlichkeitsentwicklung negativ beeinflussen.
Ältere Kinder und Jugendliche werden sich ihren Freiraum mehr und mehr selbst erobern. Andererseits setzen sie sich auch oft selbst unter Druck. Ermöglichen Sie ihnen Ruhepausen im Alltag - zum Beispiel, indem Sie sich ab und zu gemütlich mit Ihrem Kind zusammensetzen und einfach miteinander sprechen.
Autor: Dipl.-Psychologin Anne Frobeen, Sylvia Knittel, erstellt am 10.11.08; zuletzt aktualisiert am 15.02.12
Quelle: Knittel, S., "Kinder und Stress", TK-Broschüre 2008, Wagner-Link, A., "Der Stress", TK-Broschüre 2008