Eine plötzliche Gefahr - etwa im Strassenverkehr - lässt uns oft buchstäblich "das Herz in die Hose fallen". Mit dieser Schrecksekunde fängt die akute Stressreaktion an. Wir sind total wach und richten alle unsere Sinne auf die Gefahr. Wir sind fit für Flucht oder Angriff - gut gerüstet für die Herausforderung.
Wir spüren, wie unser Herz kräftiger schlägt als sonst, wie uns die Röte in den Kopf steigt und wir heftig atmen. Wir fühlen uns aufgeregt. In weniger gefährlichen Situationen genießt der eine oder andere die Kraft, die ihm zufließt, und sagt zum Beispiel: "Unter Stress kann ich besonders gut arbeiten". Stimmt. Wenn es nicht zuviel ist. Denn Stress in Maßen fördert unsere Leistungsfähigkeit. Zum Beispiel bei kniffligen Aufgaben, die uns herausfordern und an denen wir unsere Fähigkeiten erproben können. Wenn wir glauben, dass wir diese Aufgabe bewältigen können -, auch wenn wir uns dazu anstrengen müssen - macht der Stress uns geradezu Spaß.
Gefühle als Warnsystem
Fühlen wir uns dagegen überfordert, wird der Stress negativ. Nutzen Sie deshalb das Gefühl von Überforderung als Ihr persönliches Frühwarnsystem vor Stress.
Denken und Fühlen
Wütend, aggressiv, in Panik, ängstlich, unsicher oder gereizt - die Gefühle bei Stress sind vielfältig. Manche Menschen explodieren bei der kleinsten Gelegenheit vor Zorn. Andere möchten sich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen oder brechen schnell in Tränen aus. Die einen meinen: Angriff ist die beste Verteidigung. Die anderen fühlen sich manchmal so starr wie das Kaninchen vor der Schlange.
Unsere Gefühle haben eine ganze Menge damit zu tun, was wir denken. In der jeweiligen Situation, aber auch generell über die Welt und über uns selbst. Denken Sie an einem besonders stressigen Arbeitstag: "Mein Gott, wie soll ich das nur schaffen?", werden Sie andere Gefühle haben, als wenn Sie im Supermarkt in der Schlange vor der Kasse stehen und innerlich stöhnen: "Mein Gott, geht das hier wieder langsam!" Von Ihren Gedanken, Erfahrungen und Einstellungen hängt es vor allem ab, ob Stress Sie eher ängstlich macht oder wütend.
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- Seite 2: Sich selbst wahrnehmen hilft
Autor: Dipl.-Psychologin Anne Frobeen, TK, erstellt am 16.10.08; zuletzt aktualisiert am 15.03.12
Quelle: Wagner-Link, A., "Der Stress", TK-Broschüre, 2008

