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Frau mit Schnupfen

Wie Stress unsere Abwehr beeinflusst

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Stress stört die Immunabwehr. In stressigen Zeiten ist man besonders anfällig für Erkältungen und andere Krankheiten. Stress hat Einfluss auf die Arbeit verschiedener Immunzellen. Klar ist: Dauerstress wirkt anders als kurzer Stress.

Wer sich trotz Stress und Belastungen seinen Optimismus bewahrt, ist besser vor Infektionen der oberen Atemwege geschützt als ein Pessimist in gleicher Situation. Das zeigte erst kürzlich eine Studie der Techniker Krankenkasse, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Roehampton University in England.

 

Aber warum werden viele Menschen in stressigen Zeiten krank? Der Antwort auf diese Frage sind mittlerweile die Fachleute aus dem Gebiet der Psychoneuroimmunologie ein ganzes Stück nähergekommen. Sie erforschen, wie Seele, Nervensystem und unsere Immunabwehr sich gegenseitig beeinflussen.

 

Spezialisten und Generalisten im Immunsystem

Das Immunsystem verteidigt unseren Körper gegen schädliche Eindringlinge oder körpereigene, falsch entwickelte Zellen. Es nutzt dafür vor allem verschiedene Zellformen der weißen Blutkörperchen. Da gibt es Fressmaschinen, Wächter, Killer und ausgebildete Spezialisten für besondere Gefahren. Auch bestimmte Eiweiße, die Zytokine, helfen bei der Immunreaktion mit.

 

Die Zellen der sogenannten unspezifischen Immunabwehr bilden eine erste Linie für die Gefahrenabwehr. Dazu gehören vor allem die Generalisten unter den Immunzellen: zum Beispiel die Natürlichen Killerzellen und kleine und große Fresszellen, die Bakterien, Viren und Pilze im Blut beseitigen. Solche Zellen können viele verschiedene Eindringlinge unschädlich machen. Die großen Fresszellen, die Makrophagen, informieren außerdem die spezifische Abwehr über die Eindringlinge.

 

In der spezifischen Immunabwehr arbeiten andere Zellen. Sie sind stärker spezialisiert. Die T-Lymphozyten etwa reagieren nur auf bestimmte Stoffe. In der ersten Zeit ihres kurzen Lebens werden sie in der Thymusdrüse dazu "ausgebildet", diesen Stoff zu erkennen. Sie passen auf diese Stoffe wie ein Schlüssel ins Schloss.

 

Kurzer und lang dauernder Stress wirken unterschiedlich

Heute ist nachgewiesen: Sowohl vorübergehender akuter Stress als auch lang andauernde Belastungen verändern die Arbeit des Immunsystems. Aber in unterschiedlicher Form.

 

Bei akutem Stress wird die unspezifische Abwehr gestärkt, die spezifische Abwehr aber kurzfristig zurückgefahren. Bei Dauerstress leidet sowohl die spezifische als auch die unspezifische Immunabwehr.

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Autor: Dipl.-Psych. Anne Frobeen, TK, erstellt am 14.10.08; zuletzt aktualisiert am 16.02.12

Quelle: Schulz, K.-H., Gold, S. "Psychische Belastung, Immunfunktionen und Krankheitsentwicklungen", in Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 8, 2006, S. 759 - 772, Fries, E., "Die biologische Programmierung von späterer Gesundheit und Krankheit durch Erlebnisse in der Kindheit", in Report Psychologie 10, 2008, S. 472 - 483; Schulz, H., Vögele, C. Meyer, B., "Optimism, Self-Efficacy, and Perceived Stress as Predictors of Self-Reported Health Symptoms in College Students", Zeitschrift für Gesundheitspsychologie, 17, 4, 2009, S. 185-195

 
 
 

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