Hormone steuern viele Vorgänge in unserem Körper - auch die Stressreaktion. An der Stressreaktion sind viele Hormone beteiligt. Sie werden vor allem von Drüsen in unserem Gehirn und in der Nebennierenrinde produziert.
Zusammen stellen die Hormone unseren Körper in einer Gefahr auf Flucht oder Angriff ein. Sie helfen aber auch, die Stressreaktion wieder abzubauen.
Meldesystem für Gefahren
Sehen wir etwas, das wir für bedrohlich halten, lässt das Gehirn blitzschnell ein ganzes Geflecht von hormonausschüttenden Drüsen aktiv werden. Diese Drüsen wirken wie ein Wasserfall von oben nach unten: Eine regt mit ihren Hormonen die nächste an. Dabei sind vor allem diese drei Drüsen wichtig:
- der Hypothalamus, eine wichtige Schaltzentrale in der Mitte des Gehirns,
- die Hirnanhangdrüse, auch Hypophyse genannt, und
- die Nebennierenrinde.
Die Hormonkaskade
Zuerst gelangt ein spezielles Hormon aus dem Hypothalamus zur Hirnanhangdrüse. Die Hirnanhangdrüse stimuliert daraufhin mit einem weiteren Hormon die Rinde der Nebenniere. Die Nebennierenrinde schüttet dann das Stresshormon Kortisol aus. Kortisol wirkt auf fast alle Zellen des Körpers und bündelt unsere Aufmerksamkeit.
Parallel dazu wird das sogenannte sympathische Nervensystem aktiv. Das ist der Teil des Nervensystems, der den Körper auf Aktivität einstimmt. Unter Stress veranlasst es das Nebennierenmark, die Hormone Adrenalin und Noradrenalin auszuschütten. Diese Hormone - auch Katecholamine genannt - aktivieren den Kreislauf und machen uns wach.
Zusammen sorgen die Hormone und das sympathische Nervensystem dafür, dass unser Körper mehr Sauerstoff und Energie bekommt, um schnell zu handeln. Auch einige andere Hormone, Botenstoffe und körpereigene Eiweiße, die sogenannten Zytokine, sind an der Stressreaktion beteiligt.
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Autor: Dipl.-Psychologin Anne Frobeen, TK, erstellt am 27.08.08; zuletzt aktualisiert am 13.09.11
Quelle: Schulz, K.-H., Gold, S. "Psychische Belastung, Immunfunktionen und Krankheitsentwicklungen", in Bundesgesundheitsbl - Gesundheitsforsch - Gesundheitsschutz 8, 2006, S. 759 - 772

