Gleichzeitig telefonieren, E-Mails checken, Musik hören und nebenbei Freunde online treffen - für viele Menschen gehört Multitasking zum Alltag. Psychologen und Neurowissenschaftler aber sagen: Was man Multitasking nennt, ist eigentlich nur eine Illusion.
"Das Gehirn kann sich immer nur auf eine Sache konzentrieren, denn das Bewusstsein hat zu jedem Zeitpunkt immer nur einen Inhalt. Multitasking kann also nur bedeuten, dass ein Mensch innerhalb eines größeren Zeitraums nacheinander verschiedene Dinge tut", sagt etwa der Münchner Hirnforscher Professor Ernst Pöppel. Wer versucht, alles auf einmal zu erledigen, schafft nichts richtig.
Lieber Schritt für Schritt
Also lieber eins nach dem anderen tun, Schritt für Schritt? Ja, sagt die Wissenschaft. Jedenfalls immer dann, wenn wir bewusst Entscheidungen treffen müssen. Denn für alles, was wir nicht automatisch tun können, brauchen wir Aufmerksamkeit. Wir müssen Informationen auswählen, einordnen und dann entscheiden, was wir tun. Selbst dann, wenn wir eine SMS schreiben. An wen soll sie gehen, was soll darin stehen? Haben wir alles richtig geschrieben? Das geht nicht ohne Aufmerksamkeit. Doch die ist begrenzt. Wir können uns immer nur auf eines zur Zeit konzentrieren.
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Autor: Dipl.-Psych. Anne Frobeen, erstellt am 12.03.11; zuletzt aktualisiert am 14.02.12
Quelle: Baethge, A., Rigotti, T., "Arbeitsunterbrechungen und Multitasking", Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (Hrsg.), Dortmund/Berlin/Dresden 2010; Wiessmann, F., "Multitasking und Informationsmanagement", Unfallkasse Post und Telekom (Hrsg.), Tübingen 2010; Spitzer, M., "Medizin für die Bildung", Heidelberg 2010; welt-online 30.03.2010

