Untermenü

Stress

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Stress . > Stress bewältigen . > Anti-Ärger-Strategie

Inhaltsbereich

Mann und Frau

Inhaltsnavigation zum Thema Anti-Ärger-Strategie

Feindselige leben kürzer

Artikel vorlesen
 

Ärger macht Stress. Der Blutdruck steigt, die Atmung wird flacher, der Herzschlag beschleunigt sich: Wir werden kampfbereit. Das ist die rein körperliche Seite des Ärgers, bei dem der Körper verstärkt Stresshormone ausschüttet. Ärger ist aber vor allem auch eine Emotion, die sehr viel mit der Einstellung des Einzelnen zu seinen Mitmenschen und seiner Umwelt zu tun hat.

Wer davon ausgeht, dass alle Welt ihm Böses will und sich gegen ihn verschworen hat, findet reichlich Gelegenheit, sich zu ärgern. Äußerlich macht sich Ärger in meist spontanen, aggressiven Reaktionen bemerkbar, verbal oder tätlich: Vogelzeigen für den drängelnden Autofahrer, Türenknallen, Brüllen. Feindselige Menschen sind chronisch ärgerbereit, leicht erregbar und tendenziell aggressiv.

 

Chronisch ärgerbereit

Emotionsforscher fassen diese drei Komponenten unter dem Begriff des "Feindseligkeitssyndroms" zusammen. Gefährlich ist das Feindseligkeitssyndrom, weil sich die drei Komponenten wechselseitig verstärken und aufschaukeln. Die Folge: Die biologischen Mechanismen, die uns nach Phasen der Erregung beruhigen, haben durch den chronischen Ärger-Zustand keine Chance, ihre gesunde Wirkung zu entfalten. Nach amerikanischen Untersuchungen sind 20 Prozent der Bevölkerung extrem ärgerbereit und damit gesundheitlich gefährdet. Ebenfalls 20 Prozent sollen dagegen besonders gelassen und unaufgeregt sein. Der Rest reagiert irgendwo dazwischen.

 

Studien haben auch gezeigt, dass bei Menschen, die sich schnell ärgern, die Sterblichkeit deutlich höher liegt als bei Menschen, die "ärgerarm" leben. Permanenter Ärger ist zum Beispiel für das Herz mindestens genauso gefährlich wie die klassischen Risikofaktoren Rauchen oder Bluthochdruck. Dabei spielte es, so die Untersuchungen, für die Gefährdung des Herzens keine Rolle, ob jemand den Ärger hineinfrisst oder aus der Haut fährt.

 

Ärger erzeugt Ärger

"Lass deinen Ärger raus!" war früher eine viel propagierte Methode, um Ärger loszuwerden. Dann stellte man fest: Wer seinem Ärger unkontrolliert Luft macht, baut ihn nicht etwa ab, sondern bleibt auf einem hohen Ärgerniveau. Auf Punching-Bälle einzuschlagen, eine Schlägerei anzufangen oder ungehemmt brüllen ist deshalb nicht nützlich, wenn man seinen Ärger auf gesunde Art loswerden will.

 

Auch immer wieder über ein Ärgernis nachzugrübeln, baut die Wut nicht ab, sondern verstärkt sie.

 

Heute gilt als gesichert: Am Besten fährt, wer seinem Ärger nicht erlaubt, sich zu voller Blüte zu entfalten, sondern mit dem Ärgernis offen und beherrscht umgeht und sich um Klärung des Problems bemüht. Den richtigen Umgang mit Ärger kann man lernen. Dabei helfen Anti-Ärger-Strategien.

Autor: Renate Kaufeld, erstellt am 13.05.03; zuletzt aktualisiert von Dipl.-Psych. Anne Frobeen am 15.02.12

Quelle: Siegrist, J., Psychosoziale Einflüsse auf Entstehung und Verlauf der koronaren Herzerkrankung, in: Herz 26, 2001; Psychologie heute, 02, 2006; Bongard, S. et al, Emotions and health: The impact of emotions, emotions regulation, music and acculturation on health, in: Zeitschrift für Gesundheitspsychologie 16 (3), 2008; TK

 
 
 

Impressum und Hilfe