Ereignisse, die wir als unangenehm, bedrohlich oder überfordernd empfinden, erzeugen Stress. Unsere Einstellung zu uns selbst und zu unseren Fähigkeiten spielt dabei eine große Rolle. Auch unsere Erwartungen an uns selbst und an andere sind wichtig.
Was für jemanden ein Stressor ist, kann sehr unterschiedlich sein. Für den einen sind es viele Flugreisen in knapper Zeit. Jemand anders ist nervös, wenn er vor vielen Menschen sprechen muss. Auch wer Angst um seinen Job hat, erlebt Stress. Ob eine Situation für Sie stressig ist, hängt vor allem davon ab, welche Strategien Sie haben, um damit fertig zu werden.
Geißel Perfektionismus
Vielleicht kennen auch Sie Menschen, die ständig mehr von sich erwarten, als sie leisten können. Sie legen sich mächtig ins Zeug und sind doch nie zufrieden. Statt dessen machen sie ihre Ergebnisse selbst klein. Ihre Geißel heißt: Perfektionismus.
Andere erreichen zwar ihre Ziele, müssen dafür aber übermäßig viel Energie aufwenden. Sie arbeiten ständig an ihrer Leistungsgrenze. Die Vorstellung, ein gesetztes Ziel nicht zu erreichen, lässt sie in Schweiß geraten. Sich einmal einzugestehen: "Das schaffe ich nicht", ist für sie eine Katastrophe.
Die eigenen Ansprüche überprüfen
Wie steht es mit Ihnen? Passen Ihre Erwartungen an sich selbst zu dem, was Sie leisten können und wollen - zum Beispiel für Anerkennung im Beruf, Ihre Karriere oder ein eigenes Haus? Ist Ihr Leben im Gleichgewicht? Stimmt die Lebensqualität? Wenn nicht, dann fragen Sie sich: Ist der Preis angemessen, den Sie für Ihr Anspruchsniveau
zahlen? Wollen Sie ihn weiter zahlen?
Gedanken machen Gefühle
Stress, Angst und Ärger entstehen oft durch die eigenen Einstellungen und Gedanken. Unser Gefühl antwortet darauf, wie wir die die Realität einschätzen - nicht unbedingt
darauf, wie sie wirklich ist. Wie wahrscheinlich ist etwa, dass Ihnen tatsächlich gekündigt wird, wenn Sie eine bestimmte Aufgabe nicht rechtzeitig erledigen? Stimmt es, dass Sie partout keine Möglichkeiten haben, den Abgabetermin zu verschieben? Wer solche Fragen realistisch beantwortet, wird in der Regel zu dem Ergebnis kommen: Die befürchtete Kündigung ist nicht sehr wahrscheinlich. Sie werden vermutlich sogar Wege finden, mit Ihrem Auftraggeber eine neue Vereinbarung zu treffen, wann Sie die Aufgabe zu Ende bringen können.
Autor: Dipl.-Psychologin Anne Frobeen, TK, erstellt am 06.11.08; zuletzt aktualisiert am 16.05.12
Quelle: Wagner-Link, A., "Gelassen bleiben", TK-Broschüre, 2008