Die schmerzlindernde und berauschende Wirkung von Schlafmohnextrakten ist bereits seit dem Altertum bekannt. Opium, so der Name dieses Extraktes, ist ein Substanzgemisch.
Die wirksamen Hauptbestandteile des Opiums bezeichnet man deshalb auch als Opiate. Davon abzugrenzen sind die Opioide, chemisch durchaus unterschiedliche Wirkstoffe mit opiatähnlicher Wirksamkeit.
Vom Schlafmohn zum Heroin
Zu den bekannteren Substanzen dieser Gruppe gehören unter anderem Codein, Heroin, Methadon und einige Wirkstoffe, die bei Narkosen oder zur Behandlung schwerer Schmerzen eingesetzt werden. Neben der heilsamen Wirkung ist der Gebrauch als Suchtmittel bedeutsam. Eine besonders unrühmliche Rolle spielt dabei das Heroin. Die häufigste Anwendungsform ist das Spritzen, in der Szene auch „Fixen“ genannt. Rauchen, durch die Nase aufsaugen - das sogenannte "Sniefen" - oder das Inhalieren nach Erhitzen auf einer Alufolie - Szeneausdruck: "Blowen“ oder "Folierauchen" - sind weitere mögliche Konsumformen dieser Substanz.
Dämpfung, Schmerzlinderung und Euphorie
Viele Opiate - an vorderster Front Heroin - erzeugen nach Einnahme Euphorie. Sie vertreiben Unlustgefühle, Hunger und Müdigkeit. Erregung, Unruhe und Angst gehen zurück. Unangenehme Außenreize lassen sich ausblenden und Schmerzen vermindern. In höherer Dosis machen Opiate müde bis hin zum Tiefschlaf.
Autor: Dr. med. Anne-Kristin Schulze, erstellt am 06.03.03; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 07.10.11
Quelle: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen: Suchtstoffe und -verhalten - Illegale Drogen - Heroin. www.dhs.de/web/suchtstoffe/heroin.php; Tölle R. und Windgassen K.: Psychiatrie. 14. Aufl. Heidelberg: Springer 2006; Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Bundesministerium für Gesundheit (Hrsg.): Drogen- und Suchtbericht Mai 2009, www.bmg.bund.de/nn_1192890/DE/Drogen-und-Sucht/drogen-und-sucht__node.html?__nnn=true; Frank Schneider, Wilhelm Niebling (Hrsg.): Psychische Erkrankungen in der Hausarztpraxis, Springer Verlag Berlin Heidelberg 2008