Chronische Bronchitis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Geschwüre oder Krebs sind mögliche langfristige Folgen des Rauchens. Diese sind nicht selten, entwickeln sich jedoch langsam. Deswegen wiegen sich Raucher oft viel zu lange in Sicherheit. Sie glauben, Rauchen sei ungefährlich und hinterlasse keine Schäden – ein gefährlicher Trugschluss.
Einige der möglichen gesundheitlichen Risiken haben wir Ihnen im Folgenden aufgelistet:
Akute Vergiftung
Nikotin ist ein stark wirksames Gift. Die beim Rauchen vom Körper aufgenommenen Mengen sind grundsätzlich schädlich. Für eine akut lebensbedrohliche Vergiftung reichen sie in der Regel jedoch nicht aus. Wird Tabak allerdings verschluckt oder gegessen, kann das tödlich sein. Kleinkinder sind besonders gefährdet, bei ihnen genügt bereits der Verzehr einer einzigen Zigarette. Zeichen einer akuten Vergiftung sind Übelkeit, Kopfschmerzen, gesteigerter Speichelfluss, Durchfälle und Erregungszustände. Der Tod tritt durch Atemlähmung oder Herzstillstand ein.
Alterung beschleunigt
Das Rauchen belastet den Körper in erheblichem Maße mit Schadstoffen, die den Alterungsprozess beschleunigen. Das Immunsystem ist geschwächt, die Wundheilung gestört. Die Haut der Raucher verliert an Spannung, wird schneller faltig und unelastisch. Gelbe Zähne und verfärbte Fingerspitzen lassen den Raucher auch optisch älter erscheinen, als er ist. Dem beschleunigten Alterungsprozess entspricht eine verkürzte Lebenserwartung. Etwa die Hälfte aller tabakbedingten Todesfälle betrifft Menschen im Alter zwischen 35 und 69 Jahren.
Herz-Kreislauf-System
Rauchen schädigt die Blutgefäße. Außerdem nimmt der Sauerstoffgehalt des Blutes ab und die Durchblutung aller Organe verschlechtert sich. Der chronische Nikotinkonsum ist mit einem erhöhten Risiko für Herzkreislauferkrankungen verbunden. Mögliche Folgen sind Schlaganfälle, Durchblutungsstörungen im Bereich von Armen und Beinen oder ein Herzinfarkt. Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, ist bei Rauchern etwa doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern.
Lunge
Tabakrauchen erhöht das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Abhängig von der Anzahl der gerauchten Zigaretten pro Tag und der Zahl der „Raucherjahre“ erkranken Raucher 20 bis 30 mal häufiger als Nichtraucher. Bei Menschen, die das Rauchen bereits in frühen Jahren begonnen haben, ist das Risiko besonders groß.
Auch Passivrauchen kann einen Lungenkrebs auslösen. Nur weniger als zehn Prozent aller Lungenkrebserkrankungen sollen nicht mit dem Tabakkonsum zusammenhängen.
Unabhängig davon führt Rauchen zu einer Schädigung der Lungenbläschen. Eine chronische Entzündung – Bronchitis – ist die Folge. Die Reizung durch das eingeatmete Gift erhöht die Schleimproduktion. Dieser Schleim muss abgehustet werden, der sogenannte Raucherhusten entsteht. In fortgeschrittenem Zustand sind viele der Lungenbläschen unwiderruflich zerstört. Die Lunge ist überbläht, man spricht von einem Lungenemphysem. Die nicht mehr richtig funktionierende Lunge verschlechtert die Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers und stellt außerdem eine erhebliche Belastung des Herzens dar.
Zahnschäden
Nikotin führt zur Schädigung von Zahnfleisch und Zähnen. Das Zahnfleisch wird schlechter durchblutet, der Rauch greift direkt die Zähne an. Sie werden gelb und unansehnlich. Weil die Droge das Immunsystem schwächt, sind Zahnfleischentzündungen häufig.
Weitere Krebsformen
Beim Verbrennen von Tabak entsteht ein Gemisch aus mehr als 4000 verschiedenen Substanzen. Mindestens 250 dieser „Wirkstoffe“ sind krebserzeugend oder giftig.
Die Gefahr, an Mundboden-, Kehlkopf-, Luftröhren- oder Speiseröhrenkrebs zu erkranken, ist deshalb bei Rauchern im Vergleich zu Nichtrauchern nachweisbar erhöht.
Ein Zusammenhang mit dem Rauchen besteht außerdem für folgende Erkrankungen:
Krebs im Nasen- und Rachenraum
Leberkrebs
Bauchspeicheldrüsenkrebs
Nierenkrebs
bestimmte Formen der Leukämie
Harnblasenkrebs
Brustkrebs (wahrscheinlich)
Gebärmutterhalskrebs (wahrscheinlich)
Schäden am ungeborenen Leben
Nikotin tritt in der Schwangerschaft vom mütterlichen Blutkreislauf über die Plazenta
in den des Embryos über. Die Missbildungsrate der Kinder (man spricht hier von Embryopathie) ist bei Rauchern ebenso erhöht wie die Sterblichkeit der Kinder. Zudem erhöht Tabakkonsum das Risiko für Früh- und Fehlgeburten. Neugeborene von Raucherinnen haben durchschnittlich ein niedrigeres Gewicht, entwickeln sich schlechter und haben später ein höheres Risiko, an Krebs zu erkranken.
Rauchen macht unattraktiv
Angesichts unschöner Nebenwirkungen ist kaum zu verstehen, dass gerade bei Mädchen die Zahl der Raucherinnen steigt.
Frauen können früher in die Wechseljahre kommen.
Nicht selten verrät ein hässlicher gelber Nikotinfilm an den Zähnen und Händen die Sucht.
Die Haut kann bei Rauchern grau, fahl und ungesund aussehen.
Der Atem ist oft schlecht.
Die Kleidung und die Haare können riechen.
Außerdem kann sich Rauchen negativ auf die Sexualität von Männern und Frauen auswirken.
Autor: Melanie Wilberg / Marcus Anhäuser, erstellt am 26.01.04; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 29.08.11
Quelle: BzgA, Lungenärzte im Netz: Rauchen – Auswirkungen. www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/show.php3?id=41&nodeid=#; Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS): Tabakabhängigkeit (Broschüre). www.dhs.de/web/daten/Suchtm_Reihe_Tabak.pdf; Deutsches Krebsforschungszentrum: „Risikofaktoren: Wie entsteht Lungenkrebs?“ www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/lungenkrebs/risikofaktoren.php; Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.): Durch Rauchen und Passivrauchen verursachte Krebserkrankungen, Heidelberg, 2008