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Suchtmittel Nikotin

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Tabakkonsum ist weit verbreitet. Etwa jeder dritte Erwachsene greift täglich zur Zigarette. Damit dürfte die Nikotinabhängigkeit in Deutschland die am weitesten verbreitete Suchtkrankheit überhaupt sein.

Hat man erst einmal mit dem Rauchen begonnen, so ist es schwierig, wieder davon zu lassen. Da die Rückfallquoten sehr hoch sind, benötigen die meisten Raucher mehrere Anläufe. Abhängig macht vor allem das im Tabak enthaltene Nikotin.

 

Nikotin - Insektizid und Rauschgift

Nikotin ist ein Nervengift, das in der Tabakpflanze vorkommt. Es dient der Pflanze zur Verteidigung gegen Insektenfraß und gehört zu den ältesten bekannten Pflanzenschutzgiften. Die Verwendung als Suchtstoff erfolgt meist in Form des Rauchens von Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen. Seltenere Anwendungsformen sind das Schnupfen oder Kauen von Tabakprodukten.

 

Starke psychische Abhängigkeit

Nikotin besitzt ein hohes psychisches Abhängigkeitspotenzial. Abhängig von der aktuellen Situation des Rauchers und der zugeführten Dosis können unterschiedliche Effekte auftreten. Die Substanz wirkt unter anderem stimmungsaufhellend, leicht antriebssteigernd und kreislaufanregend. Sie unterdrückt das Hungergefühl und kann in geringer Dosierung auch beruhigend wirken. Viele Raucher beschreiben zudem eine kurzfristige Steigerung von Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit. Langfristig schadet das Rauchen der geistigen Leistungsfähigkeit jedoch deutlich. Neueren wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge lässt sich dieser Effekt sogar bei Passivrauchern nachweisen.

 

Obwohl viele Raucher über Jahre hinweg annähernd die gleiche Anzahl an Zigaretten konsumieren, schließt dies eine Abhängigkeit nicht aus. Im Gegenteil: Oft genügt bereits eine längere Pause, damit erste Entzugserscheinungen auftreten.

 

Jede Zigarette hinterlässt Spuren

Schon der erste Rauchversuch verursacht Vergiftungserscheinungen im Körper. Der größte Teil des Nikotins gelangt beim Rauchen über die Lunge schnell in die Blutbahn. Das hat Auswirkungen auf Herz und Kreislauf:

 

  • Herz und Atmung werden schneller.

  • Der Blutdruck steigt.

  • Die Blutgefäße verengen sich stark.

  • Die Hauttemperatur sinkt.

 

Schwindel, Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen sind ebenfalls möglich.

 

Entzugserscheinungen

Wie abhängig Sie sind, merken Sie schnell nach dem Ausdrücken der letzten Zigarette, wenn der körperliche Entzug mit folgenden Erscheinungen einsetzt: Nervosität, Aggressivität, Schlafstörungen, starkes Rauchverlangen, depressive Stimmung, Angst, Konzentrationsschwäche und/oder Hungergefühl.

 

Diese körperlichen Symptome sind unangenehm, lassen aber bereits nach einigen Tagen nach. Bleibt die seelische Abhängigkeit! Da es meist „Gewohnheiten“ sind, die einen Rückfall begünstigen, sollten Sie aktiv handeln. Zum Beispiel indem Sie an einem speziellen „Ausstiegsprogramm“ teilnehmen.

 

Autor: Melanie Wilberg / Marcus Anhäuser, erstellt am 26.01.04; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 06.10.11

Quelle: BzgA, Lungenärzte im Netz: Rauchen - Schadstoffe. www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/show.php3?id=40&nodeid=#; Lungenärzte im Netz: Rauchen - Tabakabhängigkeit. www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/show.php3?id=98&nodeid; Lungenärzte im Netz: Nikotinsucht - Ursachen. www.lungenaerzte-im-netz.de/lin/linkrankheit/show.php3?p=1&id=26&nodeid=23; Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (DHS): Tabakabhängigkeit (Broschüre). www.dhs.de/web/daten/Suchtm_Reihe_Tabak.pdf; Sabia S. et al.: Smoking History and Cognitive Function in Middle Age From the Whitehall II Study, Arch Intern Med. 2008;168(11):1165-1173; Llewellyn D. J. et al.: Exposure to secondhand smoke and cognitive impairment in non-smokers: national cross sectional study with cotinine measurement, BMJ 2009;338:b462

 
 
 

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