Die TK in Europa
Die wichtigsten Aktivitäten der TK im Hinblick auf Europa sind: der European Congress, die Europa-Befragungen und die EU-Auslandsverträge.
Der fortschreitende Prozess der europäischen Integration führt zur erhöhten Mobilität der Arbeitskräfte und Zunahme von Reiseaktivitäten der Bürger - auch im Gesundheitswesen. Die grenzüberschreitende Nutzung der europäischen Gesundheitssysteme ist für die weitere Entfaltung der Vorteile des EU-Binnenmarktes von strategischer Bedeutung. Die Techniker Krankenkasse hat sich frühzeitig zum Thema EU-Auslandsbehandlungen positioniert und ihren Versicherten die gezielte Inanspruchnahme bereits vor der Umsetzung in die deutsche Rechtsprechung mit einer Satzungsregelung ermöglicht. Die TK nutzt regelmäßige Europa-Befragungen ihrer Mitglieder, aber auch den direkten Vergleich mit anderen Gesundheitssystemen bereits seit geraumer Zeit für die eigene strategische Ausrichtung und die gesundheitspolitische Diskussion.
European Congress
Der nächste "European Congress" wird am 20. Mai 2011 stattfinden und sich der Versorgungsqualität im internationalen Vergleich widmen. Es werden das Beveridge-Modell des englischen "National Health Service" der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung nach dem Bismarck-Modell gegenübergestellt. Geprüft werden soll, welche neuen Ansätze für Qualitäts- und Effizienzsteigerungen in der Finanzierung und der Versorgung aus der Diskussion für die jeweiligen Gesundheitssysteme abgeleitet werden können.
Europabefragung 2009
Deutsche Patienten befinden sich auf dem Weg nach Europa - in den europäischen Gesundheitsmarkt. Dies gilt auch für die TK-Versicherten.
- Was veranlasst deutsche Patienten die Grenzen zu überqueren, um sich geplant in anderen EU-Gesundheitssystemen medizinisch behandeln zu lassen?
- Wodurch zeichnet sich diese Patientengruppe aus?
- Und wie hoch ist die Inanspruchnahme tatsächlich?
Diesen und anderen Fragen ist das „Wissenschaftliche Institut der TK für Nutzen und Effizienz im Gesundheitswesen“ (WINEG) in einer Untersuchung nachgegangen.
Gründe für die gezielte Inanspruchnahme einer EU-Auslandsbehandlung
- Kostenersparnis
- Kombination der Behandlung mit einer Urlaubsreise
Die Auswertung der aktuellen Europabefragung 2009 hat gezeigt, dass die beiden maßgeblichen Gründe für die gezielte Inanspruchnahme einer EU-Auslandsbehandlung die Kostenersparnis und die Kombination der Behandlung mit einer Urlaubsreise sind. Letzteres spiegelt den Trend zum Gesundheitstourismus auch unter TK-Mitgliedern wider. Es handelt sich dabei mehrheitlich um Senioren ab 60 Jahren. Die TK möchte diese Mitgliedergruppe in Zukunft auf ihrem Weg in den europäischen Gesundheitsmarkt noch stärker fachkundig beraten. Deshalb ist eine weitere Europa-Studie geplant, die sich mit deren Bedürfnissen und Erfahrungen bezüglich der Versorgungsqualität bei der EU-Auslandsbehandlung beschäftigt.
Die Studie kann auf der Website des WINEG
heruntergeladen werden.
EU-Auslandsverträge
Einige Aspekte der grenzüberschreitenden Versorgung sind für die Patienten noch nicht ausreichend geregelt, wie zum Beispiel die Frage der Ansprüche bei Nach- und Fehlbehandlungen. Der Richtlinienvorschlag der Europäischen Kommission zur grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung, über den die EU-Ge¬sundheitsminister keine politische Einigung erzielen konnten, wäre grundsätzlich ein notwendiger europapolitischer Meilenstein, um die Patientenrechte im europäischen Gesundheitsmarkt zu stärken. Im deutschen Recht ist jedoch bereits seit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz 2004 zumindest verankert, dass deutschen Krankenversicherten die Kosten für die EU-Auslandsbehandlungen auf der Grundlage gesetzlicher Bedingungen erstattet werden.
Die TK hat begonnen, für ihre Versicherten direkte Selektivverträge mit Leistungsanbietern in anderen EU-Mitgliedsstaaten zu schließen. Die Hauptmotive sind hierbei, den Versicherten den bürokratischen Aufwand eines langwierigen Ab¬rechnungsverfahrens abzunehmen und ihnen ein hohes Qualitätsniveau mit deutschsprachigen Ansprechpartnern bei der Behandlung anzubieten. Dieser TK-EuropaService umfasst heute 88 Vertragskliniken in den Niederlanden, Belgien, Österreich und Italien. Zusätzlich gibt es 28 Verträge mit Kureinrichtungen in Österreich, Italien, Tschechien, Ungarn, Polen und der Slowakei.
erstellt am 26.04.10