Burnout bezeichnet einen Zustand der totalen körperlichen und geistigen Erschöpfung. Das kann auch für den Betrieb eine enorme Belastung bedeuten - besonders für kleine und mittlere Unternehmen.
Wer sich im Beruf und in privaten Lebensbereichen über lange Zeit bis an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit fordert, gerät in Gefahr, auszubrennen. Entgegen der landläufigen Meinung kann das Burnout-Syndrom nahezu alle sozialen Gruppen treffen. Burnout - aus dem Englischen "to burn out" - "ausbrennen" - kann so weit gehen, dass den Betroffenen jeglicher Lebensmut fehlt. In der Endstufe der Erkrankung sind sie absolut hilflos, depressiv, sehen in ihrem Leben keinen Sinn mehr und sind akut selbstmordgefährdet.
Neben einer tatsächlichen oder gefühlt hohen Arbeitsbelastung ist allen Betroffenen das besonders hohe persönliche Engagement im Beruf gemein: "Nur jemand, der einmal entflammt war, kann auch ausbrennen!", heißt es im Buch "Ausgebrannt“ der Burnout-Forscher Ayala M. Pines, Elliot Aronson und Ditsa Kafry schon 1985. Ein vom Burnout Betroffener ahnt nicht, wie destruktiv die physische, emotionale und geistige Erschöpfung seine Persönlichkeit verändert.
Ausfälle im Management des Unternehmens, lange Krankenstände, verminderte Leistungsfähigkeit durch Dienst nach Vorschrift, innere Kündigung der Mitarbeiter und Therapien können gerade die oft vom Engagement der Mitarbeiter abhängigen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stark belasten.
Wer ist gefährdet?
Meist trifft das Burnout-Syndrom sehr engagierte, hoch motivierte Menschen mit Leistungswillen und Idealismus, die aufopferungsvoll und pflichtbewusst alles geben - ob in der Freizeit oder im Beruf. Diese Menschen besitzen ein ausgeprägtes Perfektionsstreben, das sie in einen Rollenkonflikt zwischen Wunschbild und Realität bringt, da sie unrealistisch hohe Anforderungen an sich und ihr Umfeld stellen und Probleme damit haben, Kompromisse einzugehen.
Ebenso kann eine auf mangelnder Selbstachtung beruhende krankhafte Sucht nach Erfolg einen Burnout begünstigen. Gefährdet sind Menschen mit übersteigertem Streben nach Selbstdarstellung, die enttäuscht sind, wenn Erfolge und Anerkennung ausbleiben.
Gefährdet ist, wer unfähig ist, die notwendige Distanz zur Arbeit zu wahren. Die Betroffenen verfügen nicht über bewährte Stressbewältigungsstrategien: Ihnen fehlt die Fähigkeit, zwischendurch abschalten und loslassen zu können, einen Gang zurückzuschalten.
Äußere Ursachen
Eine hohe Arbeitsbelastung, eine gefühlte oder tatsächliche Überbelastung im Beruf begünstigen die Entstehung des Burnouts. Ein Wechsel der Arbeitssituation, wie der Einstieg in den Beruf, der Wechsel des Vorgesetzten oder der Antritt einer neuen Arbeitsstelle, steht oft am Anfang der fatalen Entwicklung. Fehlende Möglichkeiten, sich selbst in die Arbeit einzubringen und diese aktiv zu gestalten sowie wenig Feedback - etwa Lob und Anerkennung - können ebenfalls zum Burnout beitragen.
- Seite 1: Burnout: Nicht nur eine Manager-Krankheit
- Seite 2: Wie kann man das Burnout-Syndrom erkennen?
- Seite 3: Behandlung
Autor: Luca Nelson, erstellt am 15.06.09; zuletzt aktualisiert am 20.06.11

