Ein ausgewogenes Verhältnis von Beruf, Familien- und Privatleben ist der Wunsch aller Beschäftigten. Von der dafür notwendigen Flexibilisierung der Arbeit können aber auch die Unternehmen selbst und sogar die Volkswirtschaft profitieren.
Mit dem Modebegriff Work-Life-Balance verbinden viele noch immer die Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit vor allem für hochgradig privilegierte Beschäftigte. Zunehmend setzt sich aber die Erkenntnis durch, dass die intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatleben sowohl den Mitarbeitern als auch den Unternehmen nützt.
Experten leiten daraus sogar einen gesamtgesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Nutzen ab. „Das Thema Work-Life-Balance gewinnt in den Unternehmen an Bedeutung. Zum einen fordern immer mehr Mitarbeiter flexiblere Arbeitsangebote, zum anderen müssen die Unternehmen flexibler werden, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagt Heike Ballhausen, die als Direktorin bei der auf Personalfragen spezialisierten Unternehmensberatung Towers Watson tätig ist.
Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändern sich rasant: Während der Bevölkerungsrückgang in Deutschland in den nächsten Jahren zu einem starken Mangel an Fach- und Führungskräften führen dürfte, steigt gleichzeitig der Konkurrenzdruck durch die Globalisierung. Für Fachleute ist klar: Der wirtschaftliche Erfolg von Unternehmen ist immer stärker auf die Innovationsfähigkeit, Kreativität, Qualifikation und Flexibilität der Mitarbeiter angewiesen.
Umgekehrt wird Alltag für jedermann zunehmend komplexer und schwieriger zu organisieren. „Eine verbesserte Abstimmung zwischen Erwerbsarbeit und Privatleben ist dringend erforderlich“, so das Fazit einer Studie des Forschungsinstituts Prognos im Auftrag des Familienministeriums. Das Festhalten an dem heutigen Verhältnis von Arbeit und Privatleben belastet nach Ansicht der Forscher nicht nur einzelne Erwerbstätige, sondern gefährdet auch den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen und wird so zur Bremse für Wachstum.
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erstellt am 06.07.10

