Soziales Netzwerken und Kommunizieren auf neuen Kanälen

Social Media - jeder hat inzwischen davon gehört und irgendwie macht auch jeder mit. Laut einer Forsa-Umfrage sind 30 Millionen Bundesbürger in einem sozialen Netzwerk aktiv. Viele Menschen haben dort mehr "Freunde" als im echten Leben.

 

Bei Twitter erfährt man, wo ein Star gerade auf Tour ist oder welche Termine die Bundeskanzlerin demnächst wahrnimmt. Und auch die Videoplattform YouTube lockt viele mit unterhaltsamen Filmen eher vor den Bildschirm als das abendliche Fernsehprogramm.

 

Doch was verbirgt sich hinter dem Begriff Social Media? Wie können Unternehmen und ihre Mitarbeiter die Anwendungen noch besser nutzen als mit einem kaum frequentierten Profil auf der Plattform Xing? Einen ersten Überblick über Ihre Möglichkeiten haben wir für Sie zusammengestellt.

 

Was ist Social Media?

Zu Social Media zählen unterschiedlichste Anwendungen. Sie alle haben gemeinsam, dass die Nutzer miteinander interagieren und eigene Inhalte erstellen können. Besonders erfolgreich sind soziale Netzwerke wie Facebook, MeinVZ oder Xing. Doch für den Beruf nutzen sie noch die wenigsten: Gerade mal vier Prozent der Netzwerk-Nutzer gaben bei der Forsa-Umfrage an, darüber Kontakte für den Beruf zu pflegen. Sieben Prozent von ihnen gewinnen über soziale Netzwerke neue Kunden.

 

Auch Bewertungsportale wie Qype zählen zu Social Media. In Weblogs und Kommunikationsforen wie Twitter können die User Nachrichten verbreiten und darauf antworten. Schon länger gibt es Multimedia-Plattformen wie YouTube oder Flickr. Hier können Internetnutzer Videos oder Fotos einstellen, anschauen und kommentieren.

 

Einfach und günstig - der direkte Draht zum Kunden

Die Zugangsschwelle zu Social Media ist gering: Mehr als ein Internetzugang ist in den meisten Fällen nicht nötig. Die Anwendungen ermöglichen die Interaktion zwischen den Teilnehmern. Das macht sie auch für Unternehmen so attraktiv: Nie war es so einfach, mit seinen Kunden in Kontakt zu treten, sich ihre Meinung einzuholen und Botschaften loszuwerden.

 

Dabei entstehen kaum Kosten, denn noch immer sind die meisten Foren oder Portale umsonst. Auch sind keine technische Vorkenntnisse nötig: Hat sich der Nutzer einmal registriert, kann er direkt in die Welt der Social Media einsteigen.

 

Kommunizieren können auch die Kleinen

Social Media bietet gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine große Chance. Bei ihnen halten keine langen Abstimmungsschleifen oder starre Hierarchien den Prozess auf. Sie können flexibel reagieren. Oft ist die Zielgruppe stark eingegrenzt und bekannt. Authentizität und Transparenz zählen zu den Eigenschaften, die KMUs den Großkonzernen häufig voraus haben.

 

Studie: Große Firmen setzen auf Social Media

Doch bisher sind es eher die bekannten Firmen, die ihre Kommunikation auf Social Media ausweiten: Laut einer Studie der Universität Oldenburg aus dem Dezember 2009 nutzen zwei Drittel der größten deutschen Marken Social Media. Am beliebtesten ist dabei der Nachrichten-Dienst Twitter, dicht gefolgt von YouTube. Nicht ganz ein Drittel finden Facebook am besten, bei jedem achten Befragten zählen Unternehmensblogs zu den beliebtesten Anwendungen.

 

Vor dem Start: planen und analysieren

Nicht jedes Unternehmen muss gleich mit einem ganzen Strauß an Angeboten in die Welt der Social Media starten. Viel wichtiger ist es, die passenden Anwendungen herauszusuchen. Dazu sollte ein Unternehmen seine Aktivitäten genau planen. Ein erster Schritt ist zunächst, die gewünschten Adressen auf Facebook oder Twitter zu belegen. So kann Ihnen niemand mehr Ihre Wunschadresse wegschnappen.

 

Bevor es jedoch richtig losgeht, sollte ein Unternehmen festlegen, wie es nach außen wirken möchte. Häufig ergibt sich dies schon aus der sogenannten Corporate Identity. Ist diese nirgends niedergeschrieben, helfen einige Beobachtungen weiter: Wie sieht das Logo aus? Wie treten die Mitarbeiter gegenüber Kunden auf? Welchen Lebenszyklus haben die Produkte? Ob trendig, konservativ, abwartend oder forsch - all dies sollte sich auch in den Social Media wiederspiegeln.

 

Kommunikation auf die Zielgruppe ausrichten

Bei der Wahl der Kanäle ist es zudem besonders wichtig, seine Zielgruppe zu kennen. Wer interessiert sich für Ihr Unternehmen und wem möchten Sie etwas mitteilen? Wer nimmt zu Ihrer Firma Stellung? Erwarten Ihre Kunden bunte Fotos der neuesten Produkte? Ist es eine Zielgruppe, die selbst aktiv wird? Sind es eher Menschen, die gut durchdachte Kommentare abgeben wollen? Wie weit wollen Sie Ihre Kunden mit einbeziehen? Haben Sie darauf erste Antworten gefunden, ergeben sich auch die möglichen Kanäle und Aktivitäten.

 

Ausprobieren im Rahmen der Richtlinien

In den Social Media lässt sich nicht alles genau festlegen. Gerade am Anfang heißt es: ausprobieren. Dennoch hilft es, zuerst einen kleinen Fahrplan zu erstellen. Denn nichts vergrault die neu gewonnenen Fans mehr, als wenn sich wochenlang nichts tut. Planen Sie die ersten Inhalte und Aktionen und überlegen Sie, wer diese federführend betreuen soll. Nutzen Sie Mitarbeiter, die gerne im Netz aktiv sind und vielleicht auch schon privat Erfahrungen mit Social Media gesammelt haben.

 

Richtlinien aufstellen

Außerdem darf eine Richtlinie über den Umgang mit Social Media nicht fehlen. Hier steht zum Beispiel, wer im Netz für Ihr Unternehmen kommunizieren darf, über welche beruflichen Themen gesprochen werden darf und welche Qualitätsstandards einzuhalten sind. Formulieren Sie keine Verbote, sondern passende Leitlinien.

 

Das Gute bei Social Media ist: Nicht alle Beiträge müssen auf Hochglanz poliert sein. In vielen Twitter-Beiträgen herrscht zum Beispiel ein eher lockerer Ton, manches Video wirkt selbstgedreht authentischer. Allerdings sollten die Beiträge immer noch zu Ihrem Gesamtauftritt passen.

 

Im Gespräch bleiben

Social Media ermöglicht Ihnen, viel schneller zu reagieren als über klassische Medien. Antworten Sie auf Fragen Ihrer Kunden, reagieren Sie auf aktuelle Entwicklungen - so bleiben Sie im Gespräch und gewinnen das Vertrauen der Öffentlichkeit. Sie können sich dabei als Experte auf Ihrem Gebiet positionieren und bleiben aktuell.

 

Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass Sie nicht nur nah am Kunden dran sind, sondern auch neue hinzugewinnen können. So erscheinen Ihre Beiträge auch auf den Pinnwänden Ihrer Fans - und deren Freunde lesen die Beiträge ebenfalls. Außerdem hilft Ihnen Social Media, auch bei Suchmaschinen präsenter zu sein.

 

Kontaktchancen nutzen

Social Media ist gerade auch für KMU eine Chance, sich in der Öffentlichkeit zu positionieren und mit den Zielgruppen in Kontakt zu treten. Auf diesem relativ neuen Feld der Kommunikation muss jedes Unternehmen selbst herausfinden, welche Kanäle sinnvoll und zielführend sind. Auch wenn die Anwendungen selbst meist kostenfrei sind, müssen Firmen Ideen, Kreativität, Mitarbeitereinsatz und Zeit investieren. Trotzdem: ein Einsatz kann sich lohnen.