Die Anfertigung eines Blutbildes ermöglicht es, Zahl und Gestalt der Blutzellen sowie die Konzentration des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin) zu bestimmen. Das Blut wird in der Regel aus einer Armvene gewonnen. Aus der Blutprobe kann man ein "kleines" und ein "großes" Blutbild erstellen.
Das kleine Blutbild beinhaltet die Bestimmung folgender Zellarten und Blutparameter:
- Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)
- Blutfarbstoff (Hämoglobin)
- Mittleres Zellvolumen eines einzelnen roten Blutkörperchens (MCV)
- Mittlerer Gehalt an Blutfarbstoff eines einzelnen roten Blutkörperchens (MCH, HbE)
- Mittlere Hämoglobinkonzentration eines roten Blutkörperchens (MCHC)
- Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)
- Blutplättchen (Thrombozyten
) - Zellanteil des Blutes (Hämatokrit)
Für das große Blutbild (Differenzialblutbild) werden zusätzlich die verschiedenen Zellarten der weißen Blutzellen, die sogenannten Granulozyten (neutrophil, basophil, eosinophil), Lymphozyten und Monozyten untersucht und gezählt.
Welche Rückschlüsse können aus dem Blutbild gezogen werden?
Anhand des kleinen Blutbildes lässt sich zum Beispiel feststellen, ob eine Infektion vorliegt. Außerdem kann es auf Störungen der Blutbildung, eine Blutarmut (Anämie) und deren Ursachen sowie auf bestimmte Mangelerkrankungen hinweisen. Dies gilt vor allem für Eisen-, Vitamin-B-12- oder Folsäure-Mangel.
Ein großes Blutbild wird zum Beispiel beim Verdacht auf eine Infektion angefertigt.
Was sind die Normalwerte?
Die Grenzen zwischen normalen und krankhaften Werten können Schwankungen unterliegen. Einfluss nehmen das Geschlecht, das Alter und die Ernährung des Patienten, Medikamenteneinnahme sowie die Tageszeit der Blutentnahme.
Auch durch unterschiedliche Techniken bei der Blutabnahme, der Lagerung der Blutprobe und verschiedene Untersuchungsmethoden der Labore kann es zu Abweichungen der Werte kommen. Daher wird auf den Auswertungsbögen der Normalbereich, der für das Geschlecht, das Alter oder auch das jeweilige Labor gilt, für die einzelnen Parameter mit angegeben.
Die Normalwerte des kleinen Blutbilds können in folgenden Bereichen liegen:
Wert für | Frauen | Männer |
|---|---|---|
Erythrozyten | 4,1 bis 5,1Millionen/µl | 4,5 bis 5,9 Millionen/µl |
Hämatokrit | 35 bis 45 Prozent | 40 bis 50 Prozent |
Hämoglobin | 12 bis 15,3 g/dl | 13 bis 17,5 g/dl |
MCV | 80 bis 98 fl | 80 bis 98 fl |
MCH | 28 bis 33 pg | 28 bis 33 pg |
MCHC | 33 bis 36 g/dl | 33 bis 36 g/dl |
Leukozyten | 4.000 bis 10.000/µl | 4.000 bis 10.000/µl |
Thrombozyten | 140.000 bis 440.000/µl | 140.000 bis 440.000/µl |
Autor: Dr. med. Holger Karrenberg; Dr. med. Martina Waitz, erstellt am 20.01.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 05.09.11
Quelle: Braun, J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer (2001); MSD-Manual der Diagnostik und Therapie. Urban & Fischer (6. Auflage 2000); Neumeister, B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Urban & Fischer (2000); Thomas, L.: Labor und Diagnose. TH-Books Verlagsgesellschaft; Halwachs-Baumann, G.: Labormedizin Klinik - Praxis - Fallbeispiele. 1. Auflage Wien: Springer, 2006