Untermenü

Untersuchungen

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Untersuchungen . > Untersuchungsmethoden: B . > Blutdruckmessung

Inhaltsbereich

Was ist der Blutdruck?

Artikel vorlesen
 

Der arterielle Blutdruck ist der Druck, mit dem das Blut durch die Schlagadern (Arterien) fließt. Wie hoch er ist, wird durch die Kraft des Herzens, den Widerstand in den arteriellen Blutgefäßen und von weiteren Regelsystemen beeinflusst.

Wenn sich das Herz zusammenzieht, wird das Blut in die Arterien gepumpt. Diese Druckwelle kann man auch als Pulsschlag fühlen. Den Druck, der während dieser Anspannungsphase (Systole) des Herzens in den Arterien herrscht, nennen Fachleute systolischer Blutdruck.

 

Danach entspannt sich das Herz, damit neues Blut in die Herzkammern fließen kann. Dadurch verändert sich in dieser auch als Diastole bezeichneten Phase der Blutdruck. Der Druck, der während der Entspannungsphase des Herzens weiterhin in den Arterien aufrechterhalten wird, ist niedriger und wird als diastolischer Blutdruckwert bezeichnet.

 

Bei der Blutdruckmessung bestimmt man stets beide Werte. Die Höhe des Blutdrucks wird in Millimeter (mm) Quecksilbersäule (Hg) angegeben. Ein Druck von zum Beispiel 120 mmHg bedeutet, dass der Druck des Blutes Quecksilber in einem Rohr um 120 mm anheben würde. Normalerweise beträgt er während der Austreibung des Blutes aus dem Herzen etwa 110 bis 130 mmHg und während der Erschlaffung des Herzens ungefähr 80 bis 85 mmHg. Der Blutdruck wird zum Beispiel mit 120/80 mmHg (sprich: 120 zu 80) angegeben.

 

Der Blutdruck ist eine wesentliche Messgröße, um die Herz- und Kreislauffunktionen zu beurteilen. Er verändert sich bei einer Reihe von Krankheiten. Dazu zählen unter anderem Herz-, Nieren- und hormonelle Erkrankungen. Aber auch akute Erkrankungen wie Infektionen können mit einer vorübergehenden Veränderung des Blutdrucks einhergehen.

 

Wie wird der Blutdruck gemessen?

Grafische Darstellung eines BlutdruckmessgerätsA: Blutdruckmessgerät (Manometer), B: Stethoskop, C: ArterieBild vergrößern 

Es gibt herkömmliche, klassische Blutdruck-Messgeräte mit aufblasbarer Manschette, die am Oberarm angelegt wird, sowie elektronische Geräte, die den Blutdruck am Handgelenk messen. Eine regelmäßige, üblicherweise in ein- bis zweijährigem Abstand, vorgenommene Überprüfung der Messgenauigkeit (Eichung) ist für alle Gerätetypen empfehlenswert.

 

Die Größe der Blutdruckmanschette richtet sich nach dem Umfang des Armes. Manschetten, die zu breit oder zu schmal sind, können zu falschen Messwerten führen. Eine Durchschnittsmanschette am Arm eines Übergewichtigen Patienten kann fälschlicherweise zur Diagnose Bluthochdruck führen. In diesem Fall müsste die Manschette größer sein.

 

Der Patient soll bequem sitzen und möglichst entspannt sein. Der Arm ist entkleidet und leicht gebeugt. Der untere Rand der Blutdruckmanschette liegt ungefähr 2,5 cm oberhalb der Ellenbogenfurche, ungefähr auf Herzhöhe. Liegt die Manschette zu tief unter Herzniveau ist der gemessene Blutdruckwert zu hoch. Liegt die Manschette andererseits deutlich über Herzniveau erscheint der Blutdruck falsch niedrig.

 

Mit einem Manschetten-Blutdruckmessgerät

Die luftleere Manschette wird straff um den Oberarm gelegt, ohne den Arm abzuschnüren, und mithilfe des Aufblasballons rasch so weit mit Luft gefüllt bis kein Blut mehr fließt. Jetzt lässt man langsam Luft ab und hört die Arterie in der Ellenbeuge mit dem Stethoskop ab. Beim Wahrnehmen des ersten hörbaren Klopfens wird der systolische Blutdruck abgelesen. Der Wert, an dem das Klopfen endet, entspricht dem diastolischen Blutdruck.

 

Ein zu rasches Ablassen der Luft aus der Manschette führt dazu, dass der systolische Blutdruck zu tief und der diastolische zu hoch erscheinen. Zu langsames oder wiederholtes Aufblasen der Manschette verursacht eine Stauung des Blutes in den Venen. Dies führt ebenfalls zu falschen Ergebnissen. Eine Pause von ein bis zwei Minuten zwischen zwei Messungen verhindert diese Stauung.

 

Die pulsierenden Geräusche entstehen durch die Einengung der Arterie beziehungsweise durch den plötzlichen Bluteinstrom. Den Blutdruck mit dieser Methode bei sich selbst zu messen, ist aus technischen Gründen (Manschette-Anlegen und so weiter) sehr schwierig.

 

Mit einem elektronischen Blutdruckmessgerät

Bei neueren elektronischen Geräten ist die korrekte Position des Gerätes wichtig. Das Aufblasen und Ablassen der Luft aus der Manschette sowie die Messung des Blutdrucks und meist des Pulses erfolgen automatisch. Diese Messmethode kann man ohne fremde Hilfe einfach und problemlos bei sich selbst durchführen. Messungenauigkeiten können bei der elektronischen Messung auftreten, wenn zum Beispiel das Handgelenk der Person sehr dick ist.

 

Seite 1/3
vorherige Seite nächste Seite

Autor: Wolfgang Reifenhäuser; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 24.04.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Susanne Holthausen am 15.08.11

Quelle: TK-Broschüre: Bluthochdruck; Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag (2004); Juchli, L.: Thiemes Pflege. Thieme (2000); Berufsverband Deutscher Internisten e.V. (2008): Blutdruckmessung. URL: http://www.internisten-im-netz.de/de_blutdruckmessung_372.html; Klinische Untersuchung des Patienten, Schattauer Verlag

 
 
 

Impressum und Hilfe