Was ist eine Elektromyografie?
Die Elektromyografie (EMG) ist eine Methode zur Messung der elektrischen Aktivität von Muskeln. Stärke und Art dieser Stromimpulse sind ein Maß für die Muskelfunktion und geben Auskunft über verschiedene Muskel- aber auch Nervenerkrankungen.
Die Muskelaktivität stellt sich dabei in Form sogenannter Muskelaktionspotenziale (MAP) dar.
Es werden spontane MAP (Aktivität des Muskels in Ruhe), MAP bei Willkürbewegungen und durch elektrische Stimulation erzeugte MAP aufgezeichnet.
Wie wird eine EMG durchgeführt?
Für die EMG werden Elektroden in Form dünner Nadeln durch die Haut in den zu untersuchenden Muskel gestochen (Nadelmyografie). So lässt sich die im Muskel erzeugte elektrische Aktivität ableiten und auf einem Bildschirm sichtbar machen.
Bei bestimmten Fragestellungen kann man den Muskel auch elektrisch reizen und die Antwort messen; man spricht dann von einem Stimulations- oder auch Ermüdungs-EMG. Je nach Art der Untersuchung kann der Muskel an zwei bis drei Stellen untersucht werden, wobei die Lage der Nadeln verändert wird.
Eine Untersuchung dauert zwischen fünf und 20 Minuten. Geschädigte Muskeln zeigen andere elektrische Aktivitäten als gesunde, zum Beispiel verlängerte oder verkürzte Muskelaktionspotenziale.
Wann wird eine EMG durchgeführt?
Durch die bei der EMG aufgezeichneten Aktivitätsmuster ist es möglich, zwischen nervlich und muskulär bedingten Erkrankungen zu unterscheiden. Die Untersuchung eignet sich unter anderem zur Diagnose von Nervenverletzungen, Muskelschwächen und Muskelentzündungen sowie zur Unterscheidung bestimmter Nervenerkrankungen (Polyneuropathien) wie sie beispielsweise beim Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) vorkommen.
Die EMG wird häufig mit der Elektroneurografie (ENG), einer Untersuchung zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit, kombiniert.
Welche Risiken hat die Untersuchung?
Die Einstiche der Ableitelektroden verursachen ähnliche Schmerzen wie eine Spritze oder eine Blutentnahme. Der Muskel kann noch einige Tage nach der Untersuchung schmerzen oder sich taub anfühlen. Ernsthafte Komplikationen treten jedoch im Allgemeinen nicht auf.
Menschen, die an einer gestörten leiden, sollten sich einer EMG aufgrund der erhöhten Blutungsgefahr in der Regel nicht unterziehen.