Untermenü

Untersuchungen

 
 
 
Sie befinden sich hier:

tk.de . > Medizin & Gesundheit . > Untersuchungen . > Untersuchungsmethoden: PQ . > Abstrichklassifikation nach Papanicolaou

Inhaltsbereich

Was ist ein Abstrich?

Artikel vorlesen
 

Die Entnahme von Untersuchungsmaterial von Haut- und Schleimhautoberflächen oder Wunden bezeichnet man als Abstrich.

Das so gewonnene Material wird anschließend untersucht, zum Beispiel unter dem Mikroskop betrachtet. Zuvor kann man die Zellen anfärben, um sie anschließend hinsichtlich möglicher Veränderungen besser beurteilen zu können. Auch ein Nachweis von Krankheitserregern ist möglich.

 

Ein Abstrich unterstützt die Diagnose von bestimmten Krankheiten, vor allem Entzündungen und Tumoren. Gutartig und bösartig veränderte Zellen können unter dem Mikroskop voneinander unterschieden werden. So eignet sich ein Abstrich zur Früherkennung von Krebserkrankungen und wird im Rahmen der gesetzlichen Vorsorgeuntersuchung des Gebärmutterhalskrebses (Zervixkarzinom) für Frauen angeboten.

 

Ein Abstrich kann grundsätzlich von allen Schleimhäuten, zum Beispiel Nasen-, Mund- sowie Darmschleimhaut und der Haut entnommen werden.

 

Am Beispiel des gynäkologischen Zellabstrichs sollen im Folgenden die Vorgehensweise und das Untersuchungsverfahren des Abstrichs beschrieben und verdeutlicht werden.

 

Was ist ein gynäkologischer Zellabstrich?

Bei der gynäkologischen Krebsvorsorge entnimmt der Arzt Zellmaterial vom Gebärmuttermund, der in die Scheide hineinragt, und vom Gebärmutterhalskanal. Dieser Abstrich ist die wichtigste Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.

 

Mithilfe des zytologischen Abstrichs lassen sich Zellveränderungen bereits früh, zum Teil noch in Vorstadien des Krebses, feststellen. So kann die nötige Behandlung schnell folgen und mitunter sogar die Krebsbildung verhindert werden. Durch regelmäßige Kontrollabstriche können demnach Gebärmutterhalskrebs oder seine Vorstufen rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

 

Wie wird ein gynäkologischer Zellabstrich entnommen?

Der zytologische Abstrich wird bei einer gynäkologischen Untersuchung routinemäßig durchgeführt.

Mit einem flachen Holzspatel oder einem Wattestäbchen streicht der Arzt sowohl vom Muttermund als auch vom Gebärmutterhalskanal behutsam oberflächliche Zellen ab.

Das gewonnene Material wird auf einer kleinen Glasplatte (Objektträger) ausgestrichen, in einem Labor eingefärbt und unter dem Mikroskop auf zelluläre Veränderungen untersucht.

 

Wie wird der gynäkologische Abstrich bewertet?

Der Zellabstrich wird je nach Untersuchungsresultat in fünf Klassen eingeteilt. Diese Klassen sind nach dem griechischen Arzt George Papanicolaou benannt, der eine spezielle Färbemethode für die Begutachtung von Gebärmutterhalszellen unter dem Mikroskop entwickelte.

 

Die Klassen Pap I und Pap II bedeuten, dass ein normales Zellbild vorliegt. Doch kommen bei Pap II Zellen vor, die auf eine Entzündung hinweisen. In diesen Fällen bietet sich eine Kontrolle an.

 

Die Klasse Pap III besagt, dass ein fragwürdiges Ergebnis vorliegt. Weitere Untersuchungen und ein erneuter Abstrich innerhalb eines kurzen Zeitraums sollten folgen. Auch hier finden sich meistens entzündliche Veränderungen, aber schwerwiegendere als beim Pap II. Die Entzündung sollte behandelt und anschließend ein Kontrollabstrich durchgeführt werden.

 

Bei der Klasse Pap III D bestehen erste leichte bis mäßige Fehlbildungen von Zellen, die nach bis zu drei Monaten wieder untersucht werden sollten. Man bezeichnet diesen Befund als eine leichte bis mittlere Dysplasie. Häufig findet sich ein solcher Abstrich bei einer Infektion mit dem Humanen Papilloma-Virus (HPV). Bleibt der Befund aber über längere Zeit bestehen, bietet sich eine feingewebliche (histologische) Untersuchung an.

 

Die Klassen Pap IV und Pap V sind verdächtige Abstriche. Dabei werden schwere Fehlbildungen von Zellen (schwere Dysplasie) oder Krebszellen gefunden. Feingewebliche Untersuchungen sollten folgen. Dazu führt der Arzt eine Konisation durch oder entnimmt eine Gewebeprobe (Biopsie Glossar-Symbol) aus dem verdächtigen Areal. Bei einer Konisation wird ein kleiner Gewebekegel mit dem verdächtigen Bereich aus dem Gebärmutterhals herausgeschnitten. Bei Pap IV A und IV B liegen eine schwere Dysplasie oder Krebsvorstufen (Carcinoma in situ) vor, bei Pap IV B kann auch schon Krebs, in der Regel örtlich begrenzt, bestehen. Pap V bedeutet, dass ein Gebärmutterhalskrebs vorliegt.

 

Die Klasse Pap 0 besagt, dass der Abstrich nicht auswertbar ist und wiederholt werden muss.

Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Maria-Anna Schoppmeyer, erstellt am 14.07.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 05.09.11

Quelle: Pfleiderer, A.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme (4. Auflage 2001); Schmidt-Matthiesen, H.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Schattauer (9. Auflage 1998)/ Frauenärzte im Netz (2008): Abstrich-Untersuchungen. URL: http://www.frauenaerzte-im-netz.de/de_abstrich-untersuchungen_130.html (Stand 01.02.2008); Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. 2. Auflage Heidelberg: Springer, 2007

 
 
 

Impressum und Hilfe