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Was ist das Gesichtsfeld?

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Als Gesichtsfeld bezeichnet man den Bereich, den eine Person beim Fixieren eines Punktes mit unbewegtem Auge wahrnehmen kann. Die Untersuchung des Gesichtfeldes nennt man Perimetrie. Eine Vielzahl von Methoden und Geräten kommt dabei zum Einsatz.

Man unterscheidet das auf ein Auge bezogene (monokulare) von dem beide Augen betreffenden (binokularen) Gesichtsfeld. Außerdem grenzt man das zentrale und das randständige (periphere) Gesichtsfeld, das die Orientierung im Raum ermöglicht, voneinander ab.

 

Die Größe des Gesichtsfeldes hängt unter anderem von der Größe, der Helligkeit, der Farbe und der Gewöhnung (Adaptation) des Auges an das betrachtete Objekt ab. So ist das Gesichtsfeld für Farben kleiner als das für weißes Licht. Die Gesichtsfeldmitte ist für Licht und Farben am empfindlichsten, in den äußeren Gesichtsfeldbereichen werden keine Farben mehr wahrgenommen.

 

Da das Gesichtsfeld bei verschiedenen Erkrankungen, zum Beispiel der Augen oder des Gehirns, beeinträchtigt sein kann, haben Gesichtsfelduntersuchungen eine große Bedeutung in der augen- und nervenärztlichen Diagnostik.

 

Wie entstehen Gesichtsfeldausfälle?

Gesichtsfeldausfälle, also Einschränkungen des bei unbewegtem Auge einsehbaren Raumes, können verschiedene Ursachen haben. Zum einen entstehen sie durch Veränderungen der lichtbrechenden Strukturen des Auges, zum Beispiel Trübungen der Linse.

 

Schäden der Netzhaut (Retina), in der sich die Zellen befinden, die Licht- und Farbreize aufnehmen, führen mitunter ebenfalls zu Gesichtsfeldausfällen. Zum anderen sind Schädigungen des Sehnervs, der Sehbahn und der Sehzentren im Gehirn wesentliche Ursachen für Gesichtsfeldausfälle. Dahinter können zahlreiche Erkrankungen stecken - von Entzündungen über Tumoren bis hin zu Hirninfarkten und Blutungen.

 

Je nach dem betroffenen nicht mehr einsehbaren Gesichtsfeldanteil unterscheidet man verschiedene Formen von Gesichtsfeldausfällen:

 

  • Skotome (inselförmige Ausfälle)
  • Metamorphopsien (Verzerrungen)
  • Hemianopsien (Halbseitenausfälle), zum Beispiel das Scheuklappenphänomen bei Gesichtsfeldausfall beider Schläfenseiten
  • Quadrantenanopsie (Quadrantenausfall)

 

Wie wird das Gesichtsfeld untersucht?

Bei allen Untersuchungen muss der Patient einen bestimmten Punkt fixieren und darf die Augen nicht bewegen. Zur Messung benutzt man weiße oder farbige Marken unterschiedlicher Größe und Helligkeit.

 

Der Patient muss angeben, wann er eine solche Marke, beispielsweise einen aufleuchtenden Punkt oder einen ihm vorgehaltenen Gegenstand, wahrnimmt. Anschließend ermittelt man anhand von Richtwerten gesunder Personen, ob das Gesichtsfeld des Untersuchten normal oder eingeschränkt ist. Diese Testart kann auch computergestützt durchgeführt werden.

 

Parallelversuch (Konfrontationstest, Vergleichsperimetrie)

Dies ist die einfachste, schnellste und mit wenig Aufwand durchzuführende Untersuchung des Gesichtsfeldes. Untersucher und Patient sitzen sich dabei im Abstand von etwa einem halben Meter gegenüber. Beide verdecken eines ihrer Augen mit der Hand, sodass sich die jeweils gegenüberliegenden Augen fixieren. Der Arzt bewegt nun mit der anderen Hand einen Gegenstand, zum Beispiel einen Stift, aus allen Richtungen in das Gesichtsfeld herein. Der Patient gibt an, ab wann er den Stift sieht und der Arzt kann dies mit seiner eigenen Wahrnehmung und seinem normalen Gesichtsfeld vergleichen. Vor allem die Außengrenzen sowie Halbseitenausfälle des Gesichtsfeldes lassen sich mit diesem Test schnell und gut bestimmen.

 

Kinetische Perimetrie

Hierbei ermittelt der Arzt die äußeren Gesichtsfeldgrenzen mit Hilfe unterschiedlich großer auf eine Fläche projizierter sich bewegender Testmarken.

 

Amsler-Netz

Das Amsler-Netz ist ein viereckiges Rastergitter mit einem zentralen Fixationspunkt. Bei zentralen Gesichtsfeldausfällen nimmt der Patient scheinbare Löcher wahr, bei Metamorphopsien sieht er das Netz unregelmäßig verzerrt.

Autor: Dr. med. Martina Waitz; Dr. med. Dirk Nonhoff, erstellt am 25.10.05; zuletzt aktualisiert von Dr. med. Anne-Kristin Schulze am 29.08.11

Quelle: Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer (2. Auflage 2001); Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer (28. Auflage 2002); Grehn, F.: Augenheilkunde. 29. Aufl. Heidelberg: Springer, 2006; Grüne, S.; Schölmerich, J.: Anamnese Glossar-Symbol Untersuchung Diagnostik. 1. Aufl. Heidelberg: Springer, 2007.

 
 
 

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